Corns beim Windhund – wenn die Pfote vielleicht gar nicht das eigentliche Problem ist

Corns beim Windhund – wenn die Pfote vielleicht gar nicht das eigentliche Problem ist

Über Corns habe ich schon mehrfach geschrieben.

Darüber, was Corns überhaupt sind. Darüber, wie sie sich von Dornwarzen unterscheiden.
Und darüber, dass schmerzhafte Veränderungen an den Ballen eines Windhundes nicht einfach etwas
sind, mit dem er eben leben muss.

Eigentlich könnte das Thema damit erledigt sein.

Ist es aber nicht.

Denn manchmal schaut man auf eine Pfote – und sollte vielleicht ein Stück weiter oben weiterschauen.

Ruby war der Anlass, noch einmal genauer hinzusehen

Bei Ruby standen Veränderungen an den Ballen im Raum, die zunächst natürlich an Corns denken ließen.
Das ist naheliegend.
Eine verhärtete Stelle am Ballen, Probleme auf bestimmten Untergründen, verändertes Laufen –
da landet der Blick sehr schnell bei der Pfote.

Nur passte irgendwann nicht mehr alles so richtig zusammen.

Und genau dann wird es für mich interessant.
Nicht im Sinne von:
Was kann ich an dieser Stelle behandeln?
Sondern:
Warum entsteht diese Veränderung ausgerechnet dort?

Eine Pfote läuft schließlich nicht alleine

Ein Windhund besteht glücklicherweise nicht aus vier Pfoten mit etwas Windhund dazwischen.
Wie ein Ballen belastet wird, hängt davon ab, wie der gesamte Windhund läuft.

Wie steht das Bein?
Wie bewegt sich die Schulter?
Wie arbeitet die Hinterhand?
Wie verteilt sich das Gewicht?

Und was passiert, wenn der Körper schon lange versucht, an einer anderen Stelle etwas auszugleichen?

Bei Ruby gibt es Hinweise auf eine ältere Verletzung und ein deutlich verändertes Bewegungsmuster.
Das Becken scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen.

Damit verändert sich zwangsläufig auch die Belastung weiter unten.
Bis hin zur Pfote.

Plötzlich ist eine verhornte Stelle am Ballen.
Sie kann auch das Ergebnis davon sein,
wie dieser Windhund seit langer Zeit seinen Körper benutzt.

Genau deshalb reicht mir „Das ist ein Corn“ nicht

Eine Bezeichnung kann hilfreich sein.
Sie kann aber auch dazu führen, dass wir aufhören hinzuschauen.

Corn benannt.
Pfote behandelt.
Fertig.

Nur ist die spannende Frage möglicherweise gar nicht:

Was ist das?
Sondern:
Warum ist es dort?

Wenn immer wieder genau dieselbe Stelle übermäßig belastet wird, darf ich zumindest darüber nachdenken,
ob das Problem wirklich ausschließlich im Ballen sitzt.
Denn selbst wenn ich die Veränderung dort beseitige, bleibt die Belastung möglicherweise bestehen.
Und dann wundern wir uns später, warum das Problem wiederkommt.

Untergründe erzählen manchmal mehr als ein Foto

Auch bei Ruby macht es einen Unterschied, worauf sie läuft.

Weiche Untergründe funktionieren besser.
Asphalt oder Schotter deutlich schlechter.

Das sagt natürlich noch nicht automatisch, wo genau die Ursache liegt.
Aber es ist eine Beobachtung.

Und Beobachtungen sind für mich häufig wertvoller als eine besonders schnelle Erklärung.
Denn aus mehreren kleinen Beobachtungen entsteht irgendwann ein Muster:

Wie läuft der Windhund?
Wann verändert sich das Gangbild?
Auf welchem Untergrund?
Welche Pfote wird belastet?
Welche andere Körperseite arbeitet vielleicht längst mit?

Genau deshalb schaue ich mir einen Windhund lieber vollständig an,
bevor ich ein einzelnes Körperteil zum Hauptdarsteller erkläre.

Hinschauen heißt nicht, sofort eine neue Diagnose zu erfinden

Es wäre genauso falsch, nun hinter jedem Corn automatisch ein Beckenproblem zu vermuten.

Darum geht es nicht.
Es geht um etwas viel Einfacheres:

Nicht zu früh mit dem Denken aufhören.
Vielleicht sitzt das Problem tatsächlich ausschließlich in der Pfote.
Vielleicht aber auch nicht.

Und manchmal verändert eine Information über eine alte Verletzung,
ein auffälliges Gangbild oder eine dauerhaft einseitige Belastung plötzlich den gesamten Blick auf das,
was man vorher lediglich als „Pfotenproblem“ gesehen hat.

Ruby ist dafür gerade ein ziemlich gutes Beispiel.
Nicht, weil ihr Fall bereits sämtliche Antworten liefert.
Sondern weil er wieder einmal zeigt, wie wichtig die richtige Frage ist:

Was sehe ich – und warum entsteht es genau dort?

Im Sighthound-Club ist daraus inzwischen eine sehr konkrete Diskussion entstanden –
mit Erfahrungen und Beobachtungen von mehreren Windhunden, unterschiedlichen
Behandlungswegen und der Frage, was passiert, wenn man bei Corns eben nicht nur auf den Ballen schaut.

Windhunde verstehen. Dein Windhund, Deine Verantwortung.

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Ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte

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Wenn ich über die Gesundheit unserer geliebten Windhunde so nachdenke, dann liegt mir ein Thema ganz besonders am Herzen: die Zahngesundheit.

In den Jahren meiner Arbeit ist mir aufgefallen, wie wichtig ein gesundes Gebiss für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit dieser eleganten Vierbeiner ist. Und nicht nur, wenn die Windhunde im Windhund-Rennsport laufen.

Und passend zum Thema:

„Mal schnell Zahnstein wegmachen“ vs. COHAT – oder: Woher kommen diese enormen Preisunterschiede?

Von Ralph Rückert, Tierarzt, und Gudrun Brentgens, Tierärztin in Jülich.

Ein gesundes Gebiss – der Startpunkt für ein glückliches Windhund-Leben

Eine Routine vor jedem Rennen oder Coursing ist die Eingangsuntersuchung durch den Tierarzt. Dort erfährst Du dann, je nach Bahntierarzt, dass Dein Windhund unter einem schlechten Gebisszustand leidet. Nicht selten sind darunter Windhunde mit schweren Entzündungen des Zahnfleisches und Zahnstein. Aber auch bei meinen Alltagstrainings sehe ich so manches Leid, dass da aus dem Windhund-Maul regelrecht „stinkt“.

Bei meinen Coachings schaue ich genau hin, vor allem in das Maul der Windhunde. Und da wird mir dann in voller Überzeugung folgendes gesagt:

„Ach, das liegt in den Genen, da kann man nichts machen“, oder „Der Windhund kam schon mit schlechten Zähnen zu mir.“ Ich denke, das sind Ausreden. Zahngesundheit ist für die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit Deines Windhundes von entscheidender Bedeutung.

Wenn dann noch die indirekte Schuldzuweisung, sei es für Übergewicht, Zähne oder die Länge der Krallen auf den Tierarzt geschoben wird, fällt mir dazu leider nicht mehr viel ein.

Viele Halter verlassen sich gerne auf die Fachleute (Tierärzte, Heilpraktiker, Hundetrainer etc.), die sie konsultieren, doch am Ende des Tages bleibt es …

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Die verborgenen Folgen von Zahnproblemen

Die Auswirkungen schlechter Zahngesundheit sind nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Zum Beispiel können vergrößerte Lymphknoten ein Zeichen dafür sein, dass der gesamte Lymphapparat im Kopfbereich durch chronische Zahnprobleme erkrankt ist.

Bei unseren Windhunden und Podencos sind vergrößerte Lymphknoten im Kopfbereich gut zu ertasten.

Foto: Andrea Hoff & Fayna

Deine Verantwortung als Besitzer

Unsere Windhunde, getrieben durch ihre Jagdleidenschaft, würden trotz Schmerzen bis zur Erschöpfung laufen. Sie kennen kein Pardon, wenn es um das Hetzen geht. Aber wir ihre Menschen müssen für sie entscheiden, in ihrem Interesse. Wir sollten erkennen, wann es an der Zeit ist, eine Pause einzulegen und die Gesundheit unseres Vierbeiners in den Vordergrund zu stellen.

Du als Besitzer hast die Pflicht und die Verantwortung, die Zeichen zu erkennen und entsprechend zu handeln. Ein gesundes Gebiss ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für ein erfülltes Windhundleben.

Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, wie Du die Zahngesundheit Deines Windhundes pflegen und erhalten kannst, stehe ich Dir gerne mit Rat zur Seite. Nur ein gesunder Windhund ist auch ein glücklicher – und genau das wollen wir doch alle, oder?

Zahngesundheit. Windhunde verstehen. Dein Windhund, Deine Verantwortung.

Die Pflege der ZahnGesundheit ist ein wichtiger Aspekt im Leben eines Windhundes. Und es geht nicht darum, Dich zu belehren, sondern Dich dazu anzuregen, über die Gesundheit und das Wohlergehen Deines Vierbeiners nachzudenken. Oder vielleicht einfach mal in sein Maul zu schauen! Mit der richtigen Pflege und vor allem Deiner Aufmerksamkeit kannst Du ihm ein langes, glückliches und schmerzfreies Leben an Deiner Seite ermöglichen.

Zeigt her Eure Pfoten. Windhunde verstehen. Dein Windhund, Deine Verantwortung.

Dein Windhund, Deine Verantwortung. Windhunde verstehen.

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