Warum der flotte Trab entscheidend ist und ein Trainingsplan nur so gut sein kann wie der Mensch,
der seinen Windhund beobachtet.
Fahrradfahren mit dem Windhund. Eine wunderbare Möglichkeit, gemeinsam unterwegs zu sein und
gleichzeitig etwas für seine Kondition zu tun.
Allerdings bedeutet Fahrradfahren mit dem Windhund nicht, dass Du Dich auf Dein Rad setzt,
Dein Windhund nebenherläuft und Ihr gemeinsam Kilometer sammelt.
Denn während Du bequem in die Pedale trittst, muss Dein Windhund die gesamte
Strecke auf seinen eigenen vier Beinen zurücklegen.
Und genau deshalb interessiert mich beim Fahrradtraining nicht,
wie viele Kilometer Du geschafft hast.
Mich interessiert, wie sich Dein Windhund dabei bewegt.
Bevor es losgeht: Einfahren statt einfach losfahren
Bevor Du mit Deinem Windhund Fahrrad oder Roller fährst,
wird zunächst geschoben.
Dein Windhund muss lernen, Dich und das Fahrrad oder den Roller als Einheit wahrzunehmen.
Dazu schiebst Du das Rad und kreuzt dabei immer wieder den Weg Deines Windhundes.
Natürlich ohne ihn anzufahren oder zu bedrängen.
Es geht nicht darum, dass Dein Windhund dem Rad lediglich ausweicht.
Er soll verstehen, dass das Rad zu Dir gehört und er dessen Bewegung
ebenso berücksichtigen muss wie Deine eigene.
Die meisten Windhunde verstehen das erstaunlich schnell.
Erst wenn Dein Windhund Dich und das Rad als Einheit wahrnimmt,
wird aus dem Schieben allmählich das Fahren.
Dabei lernt er, seine Position zu halten und sich an Veränderungen
von Tempo und Richtung zu orientieren.
Denn Dein Windhund soll nicht nur neben einem Fahrrad laufen.
Er soll verstehen, dass Ihr gemeinsam unterwegs seid.
Und das möglichst, ohne dass einer von Euch beiden unfreiwillig
Bekanntschaft mit dem Asphalt macht.
Aufwärmen und Ablaufen – beides gehört zum Training
Bevor ich mit meinen Windhunden das eigentliche Training begonnen habe,
wurde der Roller zunächst geschoben.
Das hatte gleich mehrere Vorteile.
Mein Windhund hatte ausreichend Gelegenheit, sich zu lösen, seine Umgebung wahrzunehmen
und gleichzeitig durch die Bewegung seine Muskulatur aufzuwärmen.
Er konnte sich in Ruhe einlaufen, bevor wir mit dem flotten Trab und dem eigentlichen
Konditionstraining begonnen haben.
Und nach dem Training? Genau das Gleiche – nur in umgekehrter Reihenfolge.
Ich habe den Roller wieder geschoben, damit mein Windhund nach der Belastung
in seinem eigenen Tempo auslaufen konnte.
Der Wechsel vom flotten Trab zum ruhigen Gehen ermöglichte ihm, die Belastung
allmählich zu reduzieren.
Aufwärmen und Ablaufen gehören für mich zu jeder Trainingseinheit.
Die eigentliche Trainingszeit beginnt erst nach dem Aufwärmen und endet vor dem Ablaufen.
Wer also 15 Minuten Konditionstraining plant, sollte nicht glauben, dass nach exakt
15 Minuten die gesamte Unternehmung beendet ist.
Der Windhund ist schließlich kein Motor, den man einfach an- und ausschaltet.
Ohne Pfoten kein Windhund
Beim Fahrradtraining wird gerne über Kondition, Muskulatur und Trainingsdauer gesprochen.
Aber was ist eigentlich mit den Pfoten?
Auch die müssen sich erst an die unterschiedlichen Untergründe und die damit verbundenen Belastungen gewöhnen.
Asphalt, nasser Asphalt, Kies, Schotter, Gras, Schnee –
jeder Untergrund stellt andere Anforderungen an die Pfoten Deines Windhundes.
Und ob der Boden nass oder trocken ist, macht ebenfalls einen Unterschied.
Besonders auf rauen oder harten Untergründen können durch die wiederholte
Belastung Abschürfungen, Reizungen und im ungünstigsten Fall sogar Blasen entstehen.
Deshalb gehört für mich die regelmäßige Kontrolle der Pfoten genauso
zum Training wie das Aufwärmen und Ablaufen.
Ich schaue mir die Ballen vor und nach dem Training an und achte darauf, ob sich Veränderungen zeigen.
Rötungen, empfindliche Stellen, Abschürfungen oder Blasen sind keine Kleinigkeit,
über die man einfach hinwegtrainiert.
Auch die Gewöhnung an unterschiedliche Untergründe braucht Zeit.
Ein Windhund, der bisher überwiegend auf weichen Waldwegen unterwegs war,
sollte nicht plötzlich längere Strecken auf Asphalt zurücklegen müssen.
Und natürlich spielt auch die Temperatur des Untergrundes eine Rolle.
Asphalt kann sich im Sommer erheblich aufheizen und die
Ballen thermisch verletzen.
Nicht nur die Kondition muss aufgebaut werden.
Auch die Pfoten müssen sich an die Belastung gewöhnen können.
Denn was nützt Dir ein Windhund mit hervorragender Kondition,
wenn seine Pfoten nicht mehr mitmachen?
Wie viel Aufmerksamkeit schenkst Du eigentlich den Pfoten Deines Windhundes?
Damit habe ich mich bereits im Beitrag Zeigt her Eure Pfoten beschäftigt.
Die Kilometer stehen auf dem Fahrradcomputer.
Der Zustand der Pfoten steht dort nicht.
Und seit es E-Bikes gibt, wird das Ganze noch interessanter. Der Mensch sitzt bequem im Sattel,
bekommt bei Bedarf elektrische Unterstützung und freut sich über die zurückgelegten Kilometer.
Sein Windhund läuft daneben.
Ohne Motor, ohne Unterstützung und auf seinen eigenen vier Pfoten.
kann der Windhund seine Pfoten nicht einfach wechseln.
Und spätestens hier stellt sich die Frage:
Wer von beiden hat eigentlich trainiert?
Ich möchte niemanden davon abhalten, seinen Windhund zu bewegen.
Ganz im Gegenteil.
Aber ich möchte, dass Du hinschaust, während er sich bewegt.
Denn es geht nicht darum, ob jemand Fahrrad, Roller oder E-Bike fährt.
Es geht darum, ob der Mensch erkennt, was er seinem
Windhund gerade abverlangt.
Bewegung ist wichtig. Hinschauen auch.
Der flotte Trab – die Grundlage des Konditionstrainings
Beim Aufbau der Grundlagenausdauer arbeite ich mit dem Windhund im flotten Trab.
Nicht im gemütlichen Spaziergangstempo. Aber auch nicht in einem Tempo,
bei dem Dein Windhund ständig in den Galopp wechseln muss,
um mit Dir Schritt zu halten.
Der flotte Trab ist eine gleichmäßige, zügige Bewegung,
bei der Dein Windhund seinen individuellen Bewegungsrhythmus beibehalten kann.
Und genau hier beginnt die Schwierigkeit mit allgemeinen Trainingsplänen.
Ein Italienisches Windspiel und ein Barsoi haben nicht nur unterschiedliche
Körpergrößen, sondern auch unterschiedliche Schrittlängen.
Während das Windspiel im flotten Trab eine bestimmte Strecke zurücklegt,
kann der Barsoi in derselben Zeit bereits deutlich weiter gekommen sein.
Deshalb kann eine Kilometerangabe niemals für jeden Windhund gleichermaßen gelten.
Nicht die Kilometer bestimmen das Tempo.
Der flotte Trab bestimmt, wie viele Kilometer Dein Windhund
in der jeweiligen Trainingszeit zurücklegt.
Nicht umgekehrt.
Und falls Dein Fahrradcomputer anderer Meinung ist, darf er diese gerne für sich behalten.

Kondition wird aufgebaut. Nicht vorausgesetzt.
Nur weil Dein Windhund gerne läuft, bedeutet das nicht, dass er bereits über eine
entsprechende Grundlagenausdauer verfügt.
Ein Windhund, der beim Spaziergang immer wieder kurze Strecken sprintet,
wird dadurch nicht automatisch zum ausdauernden Begleiter am Fahrrad.
Beim Fahrradtraining geht es zunächst darum, eine gleichmäßige Belastung
über einen bestimmten Zeitraum aufzubauen.
Dafür braucht es einen strukturierten Trainingsaufbau.
Ich beginne mit kurzen Einheiten und steigere die Belastung schrittweise.
Mein Grundlagenausdauerplan sieht beispielsweise einen Aufbau über zwölf Wochen vor.
Er beginnt mit fünf Minuten im flotten Trab und steigert die Trainingsdauer
schrittweise bis auf 30 Minuten.
Allerdings ist dieser Plan kein Stundenplan, den jeder Windhund innerhalb von zwölf Wochen
erfolgreich absolvieren muss.
Er ist eine Richtlinie.
Ein Windhund, der bereits über eine gute Grundkondition verfügt, bringt andere Voraussetzungen
mit als ein Windhund, der bisher überwiegend gemütliche Spaziergänge kennengelernt hat.
Auch Alter, Größe, körperliche Voraussetzungen, Gesundheitszustand und individuelle Belastbarkeit
spielen eine Rolle. Bevor ein Windhund mit dem Konditionstraining beginnt,
sollte er körperlich dafür geeignet sein.
Bei gesundheitlichen Unsicherheiten gehört die tierärztliche Abklärung dazu.
Deshalb wird nicht einfach nach Kalender trainiert.
wie der Plan tatsächlich umgesetzt wird.
Wenn Dein Windhund für eine bestimmte Trainingsstufe mehr Zeit benötigt,
bekommt er diese Zeit.
Es gibt schließlich keine Medaille dafür, dass Du den Trainingsplan schneller
abgearbeitet hast als vorgesehen.
Regeneration gehört zum Training
Kondition entsteht nicht dadurch, dass Du Deinen Windhund jeden Tag ein bisschen weiter laufen lässt.
Zwischen den Trainingseinheiten braucht er ausreichend Zeit zur Regeneration.
Deshalb gehören trainingsfreie Tage genauso zum Trainingsplan
wie die eigentlichen Belastungseinheiten.
Dabei bedeutet ein trainingsfreier Tag nicht, dass Dein Windhund den
gesamten Tag auf dem Sofa verbringen muss.
Es bedeutet lediglich, dass an diesem Tag keine zusätzliche konditionelle Trainingsbelastung stattfindet.
Normale Spaziergänge und gemeinsame Alltagsaktivitäten bleiben selbstverständlich möglich,
soweit sie zur Erholung passen.
Ich beobachte dabei nicht nur, wie sich der Windhund während des Trainings bewegt,
sondern auch, wie er sich danach und am folgenden Tag verhält.
Wie bewegt er sich nach der Belastung?
Wie erholt er sich?
Zeigt er Veränderungen in seinem Bewegungsablauf oder seiner gewohnten Aktivität?
Ein Trainingsplan kann Dir vorgeben, wann die nächste Einheit vorgesehen ist.
Ob Dein Windhund für diese Einheit bereit ist, steht allerdings nicht im Kalender.
Das musst Du selbst erkennen.
Intervalltraining – wenn zur Kondition noch Kraft hinzukommt
Hat Dein Windhund eine entsprechende Grundlagenausdauer aufgebaut,
kann das Training um gezielte Intervalle erweitert werden.
Dabei wechseln sich unterschiedliche Belastungsphasen ab.
In meinem Intervalltrainingsplan werden beispielsweise kurze Galoppeinheiten
mit Regenerationsphasen im Trab kombiniert.
Die Galoppintervalle setzen zusätzliche Belastungsreize und können neben der
Kondition auch dem Kraftaufbau dienen.
Allerdings ist Intervalltraining keine automatische Fortsetzung des Grundlagenausdauerplans.
Ob Dein Windhund dafür bereit ist, welche Intervalle sinnvoll sind und wie lange die
jeweiligen Belastungs- und Regenerationsphasen dauern, hängt von
seinen individuellen Voraussetzungen ab.
Ein Windhund, der gerade erst gelernt hat, 30 Minuten gleichmäßig im flotten Trab zu laufen,
muss deshalb nicht unmittelbar mit Galoppintervallen beginnen.
Und auch hier gilt:
Nicht der Trainingsplan entscheidet über die nächste Belastungsstufe.
Sondern der Windhund, den Du vor Dir hast.
Dabei geht es in diesem Artikel ausschließlich um den Freizeit-Windhund.
Fahrradfahren ist kein Ersatz für den Spaziergang
Beim Fahrradtraining liegt der Schwerpunkt auf der gleichmäßigen Bewegung
und der gezielten körperlichen Belastung.
Ein Spaziergang erfüllt dagegen noch viele andere Aufgaben.
Dein Windhund nimmt seine Umgebung wahr, sammelt Informationen und bewegt sich in einem anderen Rhythmus.
Deshalb ersetzt das Fahrradtraining weder den gemeinsamen Spaziergang
noch die alltägliche Beschäftigung mit Deinem Windhund.
Es ist eine zusätzliche Möglichkeit, seine körperliche Kondition gezielt aufzubauen und zu erhalten.
Und wie bei jeder Trainingsform kommt es darauf an, dass Du weißt,
was Du mit Deinem Windhund erreichen möchtest.
Einfach nur möglichst weit zu fahren, ist jedenfalls kein Trainingsziel.
Zwei Trainingspläne für Deinen Freizeit-Windhund
Ich stelle Dir hier zwei Trainingspläne zum Herunterladen zur Verfügung.
Grundlagenausdauer – Kondition
Ein 12-Wochen-Trainingsplan für den schrittweisen Aufbau der Grundlagenausdauer im flotten Trab.
Grundlagenausdauer Training - Kondition
Intervalltraining – Kondition und Kraft
Ein Wochenplan mit Trab, Galoppintervallen und Regeneration für entsprechend vorbereitete Freizeit-Windhunde.
Intervalltraining – Kondition und Kraft
Ein Trainingsplan ist eine Richtlinie.
Kein Stundenplan für Deinen Windhund.
Die angegebenen Kilometer, Zeiten und Trainingseinheiten dienen der Orientierung.
Sie sind keine allgemeingültigen Vorgaben.
Ein Italienisches Windspiel legt im flotten Trab innerhalb von 15 Minuten eine andere Strecke zurück als ein Barsoi.
Größe, Schrittlänge, körperliche Voraussetzungen und vorhandene Kondition
bestimmen deshalb den individuellen Trainingsaufbau.
Entscheidend ist nicht, wie viele Kilometer Du mit Deinem Windhund zurückgelegt hast,
sondern wie er sich dabei bewegt und wie er die Belastung verarbeitet.
Nicht der Windhund dem Trainingsplan.
Und wenn Dein Windhund nicht nach Plan läuft?
Dann ist nicht automatisch Dein Windhund das Problem.
Vielleicht passt der Trainingsplan schlicht nicht zu seinen körperlichen Voraussetzungen
oder seinem aktuellen Trainingszustand.
Vielleicht hast Du die Belastung zu schnell gesteigert oder die Regeneration unterschätzt.
Oder Du hast Dich so sehr auf die Kilometeranzeige Deines Fahrrads konzentriert,
dass Du Deinen Windhund dabei aus den Augen verloren hast.
Ein Trainingsplan kann Dir Orientierung geben.
Er kann Dir aber nicht die Aufgabe abnehmen, Deinen Windhund zu beobachten,
seine Bewegungen zu verstehen und die Belastung entsprechend anzupassen.
Denn am Ende trainierst Du keinen Trainingsplan. Du trainierst Deinen Windhund.
Und der hat glücklicherweise keine Ahnung, wie viele Kilometer Du Dir für heute vorgenommen hast.
Windhunde verstehen. Dein Windhund, Deine Verantwortung.
Und jetzt interessieren mich Deine Erfahrungen!
Fährst Du mit Deinem Windhund Fahrrad oder Roller?
Dann interessiert mich nicht, wie viele Kilometer Ihr zurücklegt,
sondern wie Du Deinen Windhund dabei beobachtest.
Wie kontrollierst Du seine Pfoten?
Hast Du schon einmal Veränderungen an den Ballen nach dem Fahrrad-/Roller fahren festgestellt?
Schreib mir Deine Erfahrungen in die Kommentare.
Gerne auch mit einem Foto der Pfoten Deines Windhundes.
Denn die schönsten Laufbilder kennen wir alle.
Mich interessiert, was nach dem Laufen zu sehen ist.