Die Neurotransmitter – Ordnung im System Windhund statt Mythos – Teil 6

Die Neurotransmitter – Ordnung im System Windhund statt Mythos – Teil 6

Dieser Inhalt gehört zu den vertiefenden Magazin-Inhalten.
Der Zugriff ist Mitgliedern des Sighthound-Clubs vorbehalten.
Einzelne Produkte wie z.B. Flip Books oder Kurse etc.
gewähren ausschließlich Zugriff auf das jeweils gekaufte Produkt –
nicht auf alle Magazin-Beiträge.

Frei zugänglich (offen) bleiben ausgewählte Magazin-Beiträge
zur Orientierung und Einordnung.

Bist Du bereits Mitglied im Sighthound-Club?
Dann melde Dich hier an.

Haustiere, Konsum und Windhunde: Wenn Liebe im Warenkorb landet

Haustiere, Konsum und Windhunde: Wenn Liebe im Warenkorb landet

Wenn Nähe zur Verkaufsfläche wird.
Vermenschlichung, Unsicherheit und Fütterungsangst sind längst kein Randthema mehr.
Sie sind Marktsegmente.

Ich habe am 11.05.2026 einen Bericht bei WISO gesehen, der genau das sichtbar machte, was mir schon mehrfach aufgefallen ist:
besseres Futter, mehr Leckerli, weichere Betten, schönere Geschirre, besondere Snacks,
Nahrungsergänzung, Gesundheitsversprechen im Premium-Look.
Das passt auch zu meinem Artikel
„Der Kuschel-Konsum-Konflikt“ ,
denn auch dort geht es um die Frage, wann Nähe nicht mehr führt, sondern ersetzt.

„Warum Produkte für Hund und Katze immer teurer werden“
„Haustiere: Das Geschäft hinter der Tierliebe“
von Hannah Koch, 11.05.2026 | 19:25 Uhr.

Der WISO-Beitrag zeigt den Markt.


Meine fachliche Einordnung beginnt dort, wo dieser Markt auf Windhunde trifft:
bei Fütterung, Körpergewicht, Erwartungshaltung, Vermenschlichung und der Frage, ob der Mensch noch einordnet – oder schon nur noch kauft.

Aber viele übersehen in Bezug auf den Windhund das Naheliegende:
Der Windhund ist nicht unterversorgt.
Er ist oft falsch gefüttert, nicht geführt und viel zu weich erklärt.

Während der Heimtiermarkt wächst, wachsen viele Haustiere gleich mit.
Nicht an Lebensqualität. Sondern am Bauchumfang.

Gerade beim Windhund wird Übergewicht oft schön geredet.
„Der ist halt gemütlich.“
„Der soll nicht so dünn aussehen.“
„Ein bisschen Reserve schadet nicht.“

Doch beim Windhund ist jedes Kilo zu viel kein Schönheitsfehler.
Es ist Belastung auf Gelenke, Herz, Stoffwechsel – und auf einen Körper, der für Leichtigkeit gebaut wurde.

Liebe macht nicht rund. Liebe schaut hin.

Der Markt heilt keine Vermenschlichung.

Er macht daraus ein Sortiment. Vermenschlichung wird vom Markt nicht korrigiert.
Sie wird erkannt, bedient und verkauft.

Daraus wird oft:
Geburtstagskuchen für Hunde
Wellness-Snacks
„Mama liebt Dich“-Marketing
Gesundheitsversprechen im Leckerli-Regal
Premium-Geschirre als Gewissenspolster
Nahrungsergänzung als Beruhigungstablette für den Menschen

Wo der Mensch sein schlechtes Gewissen fühlt, sieht der Markt eine Zielgruppe.

200 € im Monat sind 2.400 € im Jahr.

Für Haustier-Konsum. Nicht Tierarzt. Nicht Training. Nicht echte Notwendigkeit.
Im WISO-Beitrag ging es um Frischfleisch und Zusätze. Ohne Snacks. Ohne Zubehör. Ohne Tierarzt.

Der Markt verkauft nicht nur Produkte. Er verkauft dem Menschen das Gefühl, etwas richtig zu machen.

Wenn 200 € im Monat im Napf, im Snackregal und im Zubehör landen,
aber der Windhund trotzdem zu dick, unruhig oder orientierungslos ist, dann ist nicht zu wenig gekauft worden.
Dann wurde an der falschen Stelle investiert.

Nur für Frischfleisch + Zusätze. Ohne Snacks. Ohne Zubehör. Ohne Tierarzt.
Das ist nicht mehr „ein bisschen gutes Futter“. Das ist ein ganzes Glaubenssystem im Napf.
Wenn allein Frischfleisch und Zusätze so „teuer“ sind, zeigt sich sehr deutlich, wie stark
Fütterung inzwischen emotional aufgeladen ist.

Es geht nicht mehr nur um Versorgung. Es geht um Kontrolle, Fürsorge, Angst, Optimierung – und manchmal auch um das Bedürfnis, über den Napf alles richtig zu machen.

Manchmal ist der teuerste Irrtum der, der liebevoll gemeint war.

Nicht jeder Zusatz ergänzt den Windhund.
Manche ergänzen nur das Sicherheitsgefühl des Menschen.

Influencer verkaufen oft keine Rezeptur.

Sie verkaufen Vertrauen. Futtermittelhersteller müssen sich an Kennzeichnung, Zusammensetzung, Deklaration und rechtlich zulässige Aussagen halten.

Bedeutet am Ende des Tages:
Während Hersteller bei Futter, Zusätzen und gesundheitsbezogenen Aussagen rechtlich enger geführt
werden, bewegen sich Influencer oft in einem weicheren Raum.

Sie erzählen keine Studie. Sie erzählen Alltag.
Sie zeigen Näpfe, Routinen, Transformationen, glänzendes Fell und die
„endlich angekommen“-Momente.
Doch genau dort entsteht Wirkung.
Nicht durch wissenschaftliche Klarheit. Sondern durch Nähe.

Wo der Hersteller beweisen muss, reicht dem Influencer oft ein Vorher-Nachher-Gefühl.

Tiergesundheit wird zunehmend zur Gefühlsversicherung.

Und weiter geht es, direkt in die nächste Schublade – selbes Regal.
Nicht nur: „Was braucht mein Windhund wirklich?“
Sondern: „Was beruhigt mich genug, damit ich schlafen kann?“
Und daraus wird dann: prophylaktisch testen, versichern, ergänzen, absichern, kontrollieren, nachkaufen.

Zwischen sinnvoller Vorsorge und beruhigtem Warenkorb liegt oft nur ein Influencer-Post.

Wenn Gesundheit zur Dauerbaustelle wird

Wer sein Tier liebt, möchte nichts übersehen.
Genau dieses Gefühl ist angreifbar.
Aus Fürsorge wird Kontrolle.
Aus Kontrolle wird Konsum.
Und aus jedem möglichen Risiko entsteht ein neues Produkt.

Mit der Windhund-Brille drauf geschaut:
Der Windhund braucht einen Menschen,
der hinschaut, einordnet und nicht bei jedem Social-Media-Tipp den Warenkorb öffnet.

Wenn Trauer zur Verkaufsfläche wird

Wo Menschen hilflos sind, entsteht ein Markt.

Erinnerungsboxen, Pfotenabdrücke, Schmuck mit Asche, Urnen, Zeremonien,
Regenbogenbrücken-Sprache, Abschiedspakete.

Nicht alles daran ist falsch. Aber alles daran ist verkäuflich.

Selbst der letzte Moment bleibt nicht frei vom Warenkorb.

Fazit

„Halter müssen selbst entscheiden“ das klingt neutral.
Ist aber auch bequem.

Denn damit bleibt die Verantwortung komplett beim einzelnen Menschen,
während der Markt vorher sehr professionell daran gearbeitet hat,
Unsicherheit, Liebe, Angst, Schuldgefühl und Fürsorge
in Kaufentscheidungen zu verwandeln.

Natürlich entscheidet am Ende der Halter.
Aber diese Entscheidung findet nicht in einem leeren Raum statt.
Sie findet in einem Markt statt, der genau weiß, welche Knöpfe er drücken muss.

Haustierkonsum ist längst kein Randthema mehr.
Es ist ein Milliardenmarkt, der Tierliebe nicht erfindet –
aber erkennt, formt und verkauft.

Am Ende steht der Wind(Hund)ehalter scheinbar frei vor dem Regal.
Tatsächlich steht er dort oft mit einem schlechten Gewissen, einem vollen Warenkorb
und der Hoffnung, diesmal wirklich alles richtig zu machen.

Tierliebe ist echt.
Aber der Markt hat gelernt, daraus ein Preisschild zu machen.

Fürsorge beginnt nicht im Warenkorb.
Sie beginnt beim Hinschauen.

Windhunde verstehen. Dein Windhund, Deine Verantwortung.

Cortisol: Wenn das System Windhund unter Druck gerät – Teil 5

Cortisol: Wenn das System Windhund unter Druck gerät – Teil 5

Cortisol ist kein Feind. Es ist ein Anpassungssystem.

Es hilft dem Windhund, hochzufahren, wenn es nötig ist – und wieder herunterzukommen, wenn der Rahmen stimmt.

Problematisch wird es erst, wenn Aktivierung zum Dauerzustand wird. Dann verändert sich Verhalten.

Nicht aus Charakter. Sondern aus Biologie.

Dieser Inhalt gehört zu den vertiefenden Magazin-Inhalten.
Der Zugriff ist Mitgliedern des Sighthound-Clubs vorbehalten.
Einzelne Produkte wie z.B. Flip Books oder Kurse etc.
gewähren ausschließlich Zugriff auf das jeweils gekaufte Produkt –
nicht auf alle Magazin-Beiträge.

Frei zugänglich (offen) bleiben ausgewählte Magazin-Beiträge
zur Orientierung und Einordnung.

Bist Du bereits Mitglied im Sighthound-Club?
Dann melde Dich hier an.

Galgos und Podencos: Tierschutz beginnt nicht bei Empörung – sondern beim Lesen der Ausnahmen

Galgos und Podencos: Tierschutz beginnt nicht bei Empörung – sondern beim Lesen der Ausnahmen

Tierschutz beginnt nicht dort, wo Menschen laut betroffen sind.
Tierschutz beginnt dort, wo jemand bereit ist, die unbequemen Details zu lesen.

Mein Blick auf Galgos, Podencos und Windhunde

Ich arbeite seit vielen Jahren mit Windhunden und ihren Menschen. Gerade bei Galgos und Podencos reicht Mitleid nicht aus. Wer diesen Hunden wirklich helfen will, muss ihre Herkunft, ihre jagdliche Genetik, ihre Wahrnehmung und ihre besonderen Bedürfnisse verstehen.

Denn ob es richtig oder falsch ist, die Antwort gibt Dir immer Dein Hund.

Und genau dort wird es bei Galgos und Podencos schwierig.

Denn auf den ersten Blick klingt vieles nach Fortschritt.
Tiere sollen als fühlende Wesen anerkannt werden.
Hunde und Katzen sollen verpflichtend gekennzeichnet werden.
Der Handel mit Tieren soll besser reguliert werden.

Das klingt gut.
Das klingt richtig.
Das klingt nach Bewegung in die richtige Richtung.

Aber Tierschutz entscheidet sich nicht an der Überschrift.
Er entscheidet sich an den Ausnahmen.

Wenn Schutz dort endet, wo es unbequem wird

Spanien hat 2023 sein erstes nationales Tierschutzgesetz verabschiedet.
Ein Gesetz, das zunächst nach einem wichtigen Schritt klang.

Bis man genauer hinschaut.

Denn ausgerechnet Jagdhunde wurden ausgenommen.
Also genau die Hunde, die in Spanien seit Jahren besonders betroffen sind: Galgos, Podencos und andere für die Jagd genutzte Hunde – und genau hier zeigt sich, warum Windhunde anders sind und das Konsequenzen hat.

Hunde, die nach der Jagdsaison ausgesetzt werden.
Hunde, die verletzt zurückbleiben.
Hunde, die verschwinden, wenn sie nicht mehr nützlich sind.
Hunde, über die gerne gesprochen wird – aber oft erst dann, wenn das Elend schon passiert ist.

Und genau deshalb reicht mir Empörung nicht.

Empörung ist schnell.
Empörung ist laut.
Empörung bekommt Reichweite.

Aber sie ersetzt keine Einordnung.

Wie gefährlich Ausnahmen werden können

In Madrid liegt ein Gesetzentwurf auf dem Tisch, der deutlich macht, wie schnell aus einer Ausnahme ein System werden kann.

Es geht nicht nur um einzelne Jagdtage.
Es geht nicht nur um einzelne Tierarten.
Es geht nicht nur um Tradition.

Es geht um die politische Frage, wem Schutz zugestanden wird – und wem nicht.

Wenn Jagd ganzjährig möglich werden soll.
Wenn jagdbare Arten erweitert werden.
Wenn öffentliche Wege und Flussläufe an Jagdtagen eingeschränkt werden können.
Wenn Rehalas mit sehr vielen Hunden weiterhin außerhalb des eigentlichen Tierschutzrahmens stehen.

Dann geht es nicht mehr nur um Jagd.

Dann geht es darum, dass Tiere je nach Nutzung unterschiedlich bewertet werden.

Der Hund auf dem Sofa ist fühlendes Wesen.
Der Hund im Jagdsystem ist Arbeitsmittel.
Der Windhund nach der Saison ist plötzlich Problem, Kostenfaktor oder Altlast.

Und genau dort beginnt der Widerspruch.

Galgos und Podencos stehen mitten in diesem Widerspruch

Galgos und Podencos sind keine Randnotiz im spanischen Tierschutzproblem.

Sie stehen mitten darin.

Nicht, weil sie „arme Auslandshunde“ sind.
Nicht, weil sie sich besonders gut für emotionale Bilder eignen.
Nicht, weil man mit ihnen Betroffenheit erzeugen kann.

Sondern weil sie zeigen, was passiert, wenn ein Tier nicht mehr als Individuum gesehen wird, sondern über seine Funktion definiert wird.

Schnell.
Brauchbar.
Jagdlich geeignet.
Oder eben nicht mehr nützlich.

Das ist der Punkt, an dem ich beim Thema Tierschutz skeptisch werde.

Nicht, weil mir das Schicksal dieser Hunde egal wäre.
Im Gegenteil.

Sondern weil ich lange genug erlebt habe, dass Empörung oft dort endet, wo echtes Hinschauen beginnen müsste.

Empörung hilft nicht, wenn sie die Wahrheit überdeckt

Ich habe selbst jahrelang Tierschutz gemacht.

Und irgendwann wird man vorsichtig.

Nicht kälter.
Nicht gleichgültiger.
Nur genauer.

Denn Tierschutz kann helfen.
Tierschutz kann retten.
Tierschutz kann Türen öffnen.

Aber Tierschutz kann auch zur Bühne werden.

Für Empörung.
Für Spendenlogik.
Für schnelle Urteile.
Für Geschichten, die einfacher erzählt werden, als sie wirklich sind.

Gerade bei Galgos und Podencos reicht es nicht, nur auf das Leid zu zeigen.

Man muss auch fragen:

Warum werden sie gesetzlich anders behandelt?
Warum werden Jagdhunde aus Schutzgesetzen herausgenommen?
Warum wird ein Hund als fühlendes Wesen anerkannt – aber nicht, wenn er im Jagdkontext genutzt wird?
Warum bleibt das System so stabil, obwohl alle das Elend kennen?

Das sind die unbequemen Fragen.

Jagdliche Praktiken werden kulturell aufgewertet

Ein weiterer Punkt macht die Debatte noch schwieriger:
In Spanien wird Jagd nicht nur als Nutzung verstanden, sondern teilweise auch kulturell aufgewertet.

Das bedeutet nicht, dass „die spanische Jagd“ pauschal UNESCO-Weltkulturerbe wäre.
Aber einzelne Jagdformen und jagdliche Praktiken werden auf internationaler oder regionaler Ebene als kulturelles Erbe gerahmt.

Die UNESCO beschreibt Falknerei als Training und Fliegenlassen von Greifvögeln zur Jagd.
Bei der Falknerei geht es um Greifvögel: Falken, Adler, Habichte usw. Hunde sind dort nicht der Kern der Anerkennung.

Bei Montería/Rehala sieht es anders aus.

Sobald Rehalas als Kulturerbe gerahmt werden, werden nicht nur Traditionen geschützt – sondern auch ein System, in dem Hunde funktional eingeordnet werden.

Rehala und Montería gehören stärker in den Bereich der Meute- und Treibjagd, besonders im Großwildkontext: Wildschwein, Hirsch, Damwild, Mufflon usw.
Dort laufen viele Hunde in Gruppen. Podencos können Teil davon sein; Galgos stehen hier nicht im Zentrum, auch wenn in schlechten Haltungsstrukturen natürlich verschiedene Jagdhunde zusammen auftauchen können.

Galgos stehen vor allem für die Hasenjagd (Spanisch: caza de la liebre con galgo) im offenen Gelände – das sogenannte Galgueo.
Podencos werden besonders bei der Kaninchenjagd (Spanisch: caza del conejo con podenco) eingesetzt, arbeiten aber je nach Region auch in größeren Jagdzusammenhängen bis hin zur Rehala.

Die Jagd mit Galgos ist offenbar nicht automatisch in derselben starken Kulturerbe-Logik geschützt wie Rehala/Montería.

Aber: Sie ist trotzdem kulturell gerahmt und regional verwurzelt.
In Andalusien gibt es sogar einen technischen Bericht zur „Caza de liebres con galgos en Andalucía“ für die Aufnahme in den Atlas des immateriellen Kulturerbes Andalusiens. Das ist nicht dasselbe wie UNESCO-Weltkulturerbe, aber es zeigt:
Auch das Galgueo wird kulturell aufgewertet.

Beides sind unterschiedliche jagdliche Praktiken – aber der Mechanismus ist derselbe:
Der Hund wird über seine Funktion bewertet und nicht zuerst als Individuum gesehen,
sondern als Teil einer jagdlichen Praxis.

Spaniens Jagd ist nicht pauschal UNESCO-Weltkulturerbe.

Aber einzelne Jagdformen – wie die Falknerei – sind international als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Und auf regionaler Ebene werden auch Jagdpraktiken wie Montería, Rehala oder die Jagd mit lebendem Lockvogel kulturell aufgewertet.

Genau dort wird es kritisch:
Sobald Jagd als Kulturerbe gerahmt wird, verschiebt sich die Debatte.
Dann geht es nicht mehr nur um Tiere, sondern um Tradition, Identität und politischen Schutzraum.

Gerettet ist nicht automatisch verstanden

Für mich endet das Thema nicht in Spanien.

Denn viele Galgos und Podencos kommen irgendwann hier an.

Dann sind sie nicht mehr Teil eines Jagdsystems.
Aber sie bringen ihre Geschichte, ihre Genetik, ihre Reaktionsmuster und ihre ganze Wahrnehmung mit.

Und auch hier beginnt wieder eine neue Form von Missverständnis.

Dann heißt es schnell:

Der arme Hund braucht nur Liebe.
Er muss endlich frei rennen.
Er soll jetzt einfach ankommen.
Mit Geduld wird das schon.

Manchmal stimmt davon etwas.
Oft reicht es aber nicht.

Denn ein Galgo oder Podenco ist nicht gerettet, nur weil er angekommen ist.

Er braucht nicht nur ein neues Zuhause.
Er braucht Menschen, die verstehen, was sie vor sich haben – und die unterscheiden können, ob ein Verhalten aus Angst, Furcht oder Unsicherheit entsteht.

Einen Windhund, den man sehen lernen muss.
Einen Jagdspezialisten.
Ein fühlendes Wesen.
Und ein Individuum, das nicht durch Mitleid geführt werden kann.

Der eigentliche Fortschritt beginnt im Kleingedruckten

Wenn Europa Tiere stärker schützen will, ist das wichtig.

Aber Fortschritt zeigt sich nicht nur daran, was in großen Worten beschlossen wird.

Fortschritt zeigt sich daran, wer nicht vergessen wird.

Die unbequeme Wahrheit lautet:

Solange Galgos, Podencos und andere Jagdhunde aus Schutzgesetzen herausdefiniert werden, bleibt der Fortschritt unvollständig.

Solange ein Hund je nach Nutzung plötzlich weniger Schutz verdient, ist das kein konsequenter Tierschutz.

Und solange Betroffenheit lauter ist als Genauigkeit, werden wir immer wieder über Symptome sprechen – aber nicht über das System.

Darum beginnt Tierschutz für mich nicht bei Empörung.

Er beginnt beim Lesen der Ausnahmen.

Denn dort steht meistens die Wahrheit.

Windhunde verstehen. Dein Windhund, Deine Verantwortung.

Quellen & weiterführende Informationen:

EU-Parlament: Erste EU-Regeln zum Schutz von Hunden und Katzen
Spanisches Tierschutzgesetz 2023 / BOE
Madrid Sin Caza: Informationen zum geplanten Jagdgesetz in Madrid
Comunidad de Madrid: Proyecto de Ley de Caza y Pesca
UNESCO: Falknerei als immaterielles Kulturerbe
Junta de Andalucía: Montería und Rehala als Kulturerbe

Oxytocin: Nähe, die trägt – oder Nähe, die kippt? – Teil 4

Oxytocin: Nähe, die trägt – oder Nähe, die kippt? – Teil 4

Oxytocin ist kein Kuschelhormon – und kein Bindungszauber auf Knopfdruck. Gerade beim Windhund zeigt sich: Nähe wirkt nur dann stabilisierend, wenn sie nicht mit Anspruch, Erwartung oder emotionaler Überladung gekoppelt ist. Bindung entsteht nicht durch Dauerblick, Dauerstreicheln oder Dauerfeuerwerk, sondern durch Verlässlichkeit, Klarheit und ruhige Präsenz.

Dieser Inhalt gehört zu den vertiefenden Magazin-Inhalten.
Der Zugriff ist Mitgliedern des Sighthound-Clubs vorbehalten.
Einzelne Produkte wie z.B. Flip Books oder Kurse etc.
gewähren ausschließlich Zugriff auf das jeweils gekaufte Produkt –
nicht auf alle Magazin-Beiträge.

Frei zugänglich (offen) bleiben ausgewählte Magazin-Beiträge
zur Orientierung und Einordnung.

Bist Du bereits Mitglied im Sighthound-Club?
Dann melde Dich hier an.

Serotonin beim Windhund – Teil 3

Serotonin beim Windhund – Teil 3

Serotonin ist kein Glücksschalter. Es ist Regulation.

Beim Windhund entscheidet es nicht, ob ein Reiz wahrgenommen wird – sondern wie stabil das System dabei bleibt.

Dieser Inhalt gehört zu den vertiefenden Magazin-Inhalten.
Der Zugriff ist Mitgliedern des Sighthound-Clubs vorbehalten.
Einzelne Produkte wie z.B. Flip Books oder Kurse etc.
gewähren ausschließlich Zugriff auf das jeweils gekaufte Produkt –
nicht auf alle Magazin-Beiträge.

Frei zugänglich (offen) bleiben ausgewählte Magazin-Beiträge
zur Orientierung und Einordnung.

Bist Du bereits Mitglied im Sighthound-Club?
Dann melde Dich hier an.

Der Text ist nicht kopierbar.