Leinenruck oder Parade beim Windhund? Warum beides nicht dasselbe ist

Leinenruck oder Parade beim Windhund? Warum beides nicht dasselbe ist

Warum nicht jede Einwirkung über die Leine dasselbe ist –
und warum die Leine trotzdem nie die Führung übernehmen darf.

Leinenruck. Ein Wort, bei dem heute ziemlich schnell klar ist, was man davon zu halten hat.

Meistens unkontrolliert.
Grob.
Überholt.

Und ja: Ein Windhund, der ins Leinenende läuft und dort abrupt gestoppt wird, erlebt genau das.
Einen plötzlichen Widerstand.

Vielleicht, weil der Mensch zu spät reagiert hat.
Vielleicht, weil er erschrocken ist.
Vielleicht auch, weil Windhund und Mensch längst gegeneinander arbeiten.

Nicht jede kurze Einwirkung über die Leine ist automatisch ein Leinenruck.

Und genau dort beginnt für mich der Unterschied zwischen
einem Leinenruck und einer Parade.

Die Leine kommt nicht zuerst

Wenn mein Windhund seine Bewegung verändert, kommt nicht zuerst meine Hand.

Sondern ich.

Ich verändere mein Tempo.
Meine Richtung.
Meinen Raum.

Damit gebe ich dem Windhund zunächst die Möglichkeit, sich an mir zu orientieren und seine eigene Bewegung zu unterbrechen.

Das ist der entscheidende Punkt.

Denn ein Windhund, der verstanden hat, dass die lockere Leine für ihn der Vorteil ist,
braucht oftmals gar keine weitere Einwirkung.

Meine Bewegung reicht.
Er registriert:
Da verändert sich etwas.
Und er reagiert darauf.

Was passiert aber, wenn er nicht reagiert?

Dann kommt die Parade ins Spiel.
Nicht hektisch.
Nicht aus Ärger.
Nicht mehrfach hintereinander.

Und schon gar nicht als Dauerkorrektur.

Sondern gezielt und zeitlich begrenzt.

Die Parade ist für mich eine kurze körperliche Information:
Deine bisherige Bewegungsentscheidung funktioniert hier nicht weiter.

Danach wird die Leine wieder locker.

Denn ich möchte keinen Windhund, der dauerhaft über Zug geführt wird.

Ich möchte einen Windhund, der wieder in die Orientierung zum Menschen zurückfindet.

Warum das biomechanisch etwas anderes ist

Beim klassischen Leinenruck entsteht häufig eine abrupte Kraftspitze.

Der Windhund beschleunigt. Die Leine spannt sich.
Die Bewegung wird schlagartig begrenzt.
Oder der Mensch zieht zusätzlich aus dem Arm nach hinten.

Es entsteht Kraft gegen Kraft.
Je höher Geschwindigkeit und Körperspannung vorher waren, desto heftiger kann dieser Moment ausfallen.

Die Parade funktioniert anders.
Nicht, weil sie „sanft“ klingt.
Sondern weil sie nicht als verspätetes Gegenhalten gedacht ist.
Sie erfolgt erst dann, wenn die Bewegung des Menschen keine Orientierung ausgelöst hat.

Sie ist kurz.
Dosiert.
Und sie endet sofort wieder.

Damit bleibt sie eine Information – und wird nicht zum Dauerzustand.

Die lockere Leine ist kein Zufall

Ich arbeite nicht auf eine Leine hin, die zufällig locker bleibt.
Ich möchte, dass der Windhund versteht:

Locker lohnt sich.
Denn mit lockerer Leine kann er sich bewegen.
Er bekommt Raum.
Er bekommt Freiheit.
Er bleibt handlungsfähig.

Sobald er diesen Rahmen verlässt, verändert sich etwas.
Zuerst durch meine Bewegung. Und nur wenn das nicht reicht, durch eine kurze Einwirkung.

Genau dadurch entsteht Lernen im Alltag.
Nicht durch hundert Wiederholungen.
Sondern durch klare Konsequenzen.

Und was ist mit Gefahr?

Dann gelten andere Regeln.
Wenn mein Windhund im nächsten Moment auf die Straße springen würde,
diskutieren wir nicht über feine Kommunikation.

Dann sichert die Leine.
Sofort.
Ohne pädagogischen Anspruch.
Ohne Trainingsphilosophie.

Sicherheit geht vor.
Die Leine darf genau dafür da sein.
Aber sie darf nicht dauerhaft übernehmen, was der Mensch über Bewegung, Raum und Orientierung lösen kann.

Parade ist kein Werkzeug für schlechte Führung

Wer einen Windhund permanent korrigieren muss, hat nicht automatisch besonders fein gearbeitet.

Im Gegenteil.
Wenn ständig Leineneinwirkung nötig ist, würde ich zuerst an anderer Stelle hinschauen.
Ist der Mensch präsent?
Verändert er rechtzeitig seinen Raum?
Ist sein Tempo klar?
Kann der Windhund seine Bewegung überhaupt noch am Menschen ausrichten?

Oder läuft er längst sein eigenes Programm und die Leine verwaltet nur noch die Folgen?

Die Parade ist deshalb kein Trainingskonzept.
Sie ist auch kein Trick.
Und sie ersetzt keine Orientierung.
Sie ist lediglich eine kurze Antwort, wenn Orientierung trotz vorheriger Möglichkeit ausbleibt.

Der eigentliche Unterschied

Ein Leinenruck passiert häufig zu spät.
Die Parade passiert bewusst.
Der Leinenruck entsteht aus dem Moment heraus.

Die Parade ist eingebettet in einen bereits bestehenden Rahmen.
Beim Leinenruck übernimmt irgendwann die Leine.
Bei der Parade bleibt der Mensch verantwortlich.

Und genau deshalb ist für mich dieser Satz entscheidend:

Die Leine darf nicht übernehmen, was der Mensch über Bewegung und Orientierung lösen kann.

Wenn sie eingreifen muss, dann kurz.
Klar.
Und danach bitte wieder Ruhe im System.
Denn mein Ziel ist nicht der Windhund, der auf die Leine hört.

Mein Ziel ist der Windhund, der mich wahrnimmt,
bevor die Leine überhaupt etwas zu sagen bekommt.

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Erregungsregulation beim Windhund – mehr als Impulskontrolle, Warten und Stillhalten

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WINDHUNDE VERSTEHEN – TEIL 4

WINDHUNDE VERSTEHEN – TEIL 4

Die Körpersprache steht im Fokus dieses E-Learnings. Im vierten Teil tauchen wir in die faszinierende Welt der Körpersprache ein. Für mich ist es ein spannendes Kapitel, das uns zeigt, wie unsere nonverbalen Signale unsere treuen Windhunde beeinflussen. Ich möchte Euch mitnehmen auf eine Reise, die Euch lehrt, wie Ihr diese Kenntnisse im Training und im täglichen Umgang mit Euren Windhunden anwenden könnt.

WAS ERWARTET DICH IN TEIL 4 VON „WINDHUNDE VERSTEHEN“?

Die Körpersprache ist nicht nur ein Zusammenspiel isolierter Signale, sondern eine komplexe Sprache, die unser komplettes Sein umfasst. Eure Körpersprache hat einen tiefgreifenden Einfluss auf Euren Windhund – und umgekehrt. In diesem Teil erforschen wir, wie das Temperament und die Persönlichkeit sowohl Eure Körpersprache als auch die Eures Windhundes prägen. Besonders spannend finde ich, wie Stimmungen unsere Wahrnehmung und unsere Reaktionen auf die Umwelt beeinflussen.

Ich zeige Euch auch, wie das limbische System, insbesondere der Mandelkern Komplex, unsere Emotionen und damit unsere Körpersprache beeinflusst. Wir werden gemeinsam erkunden, wie unterschiedliche Erziehungsstile das Verhalten und das Wohlbefinden Eures Windhundes prägen können. Besonders wichtig ist mir, dass wir die Kunst der klaren und konsistenten Kommunikation meistern – ein Schlüssel zu einer erfolgreichen Beziehung und Erziehung.

Dieser Teil der Serie ist nicht nur der umfangreichste, sondern auch das letzte Puzzleteil, das Euch hilft, Eure Windhunde noch besser zu verstehen. Das Wissen aus den ersten drei Teilen bildet eine solide Grundlage, um das große Ganze zu verstehen und anzuwenden. Mit diesem Wissen seid Ihr bestens ausgerüstet, um eine tiefe, verständnisvolle und liebevolle Bindung zu Euren Windhunden aufzubauen.

Ich hoffe, dieser Teil bringt Euch viele Aha-Momente und hilft Euch, Eure wunderbaren Windhunde noch besser zu verstehen und zu trainieren. Bleibt dran und lasst uns gemeinsam in diese spannende Welt eintauchen.

E-Learning „Windhunde verstehen“

Teil 4 – 70 €

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