Ida und Happy Gosch, zwei Tierschutz-Galgos machen die Rennbahn zu ihrem Spielplatz
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11/11/2019

Begeisterung für den Windhund-Rennsport

Der nachfolgende Text, Foto und das Video (Juli 2019) stammen von Matthias Gosch, Besitzer von Ida & Happy, zwei Tierschutz-Galgos mit einem großen Talent für das „Schlagzeug“.

Tierschutz-Galgo „Happy“ mit viel Spaß und Leidenschaft auf der Rennbahn

Ich habe meine Meinung geändert!

Welche Meinung?

Meine Meinung darüber, mit meinen Hunden auf die Rennbahn zu gehen.

Ich hatte große Bedenken, wie vielleicht viele von Euch auch.

Ich war der Meinung, dass ich durch das Hetzen den Jagstrieb unnötig fördere und ich wollte unbedingt, dass Happy und Ida nur rennen, wenn sie Spaß daran haben und nicht, weil ich jetzt auf die Rennbahn fahre und sie in einen Startkasten stopfe. Ich habe geglaubt, dass es auch nichts bringt, den Aufwand zu betreiben. Anfahrt, Wartezeit, Aufwärmen, 30 Sekunden laufen, Abwärmen, nach Hause fahren.

Da können die beiden doch lieber eine Stunde völlig freiwillig und ohne Zwang mit anderen Windis laufen!

Ich habe mich geirrt!!!

Ich schreibe das hier nur für meine beiden Zwerge! Ich erhebe nicht den Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Aber vielleicht mögt Ihr Euch das mal durchlesen und uns zur Rennbahn begleiten.

Wir machen schon immer recht viel mit Ida und Happy. Wir machen viele Ausflüge, treffen regelmäßig andere Windige und seit einiger Zeit machen wir auch Canicross. Unser Highlight dieses Jahr war der 20km Hindernislauf mit Happy!

Dann hat uns Monika Mosch eingeladen, sie mal auf der Rennbahn am Höltigbaum zu besuchen. Eigentlich wollte ich das nicht so gern aber Monika hatte ein Beispiel auf Lager, das mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat.

Sie hat gesagt: „Stell Dir vor ein Kind kommt zu Dir und möchte unbedingt Schlagzeug spielen. Es möchte so richtig abrocken. Und Du drückst ihm ne Blockflöte in die Hand und sagst, dass es damit auch Musik machen kann.“

Und ja: Zumindest meinen beiden habe ich statt eines Schlagzeugs eine Flöte gegeben und vielleicht auch eine Geige… aber kein verdammtes Schlagzeug!

Aber müssen denn alle Kinder Schlagzeug spielen? Muss ich das machen, nur weil sie das wollen?

Und genau hier fängt der erste Trainingseffekt an!

Das Training dreht sich eben NICHT darum, bedingungslos Wünsche zu erfüllen. Ich biete Ida und Happy das ultimative Schlagzeugerlebnis nach MEINEN Regeln.

Der Großteil der anfänglichen Übungen besteht aus Disziplin. Es wird nicht wild rumgesprungen, wir machen uns gesittet warm und gehen ruhig zur Bahn.

Und wer aufmerksam ist, sich zurück nimmt und die Regeln befolgt, darf volle Möhre aufs Schlagzeug kloppen.

Diese Form der Disziplin hat darüber hinaus direkte Auswirkungen auf andere Bereiche. Ich spüre, dass die konsequente Einhaltung von Regeln im Training auch zu einem verbesserten Benehmen in anderen Bereichen führt. Wir begegnen zum Beispiel JEDEN TAG Rehen und Hasen bei uns im Wald. Die Impulskontrolle ist schon jetzt deutlich besser geworden.

Es gibt Teilnehmer, die hauptsächlich wegen des Erziehungseffekts kommen – kombiniert mit ner Runde Schlagzeug spielen. 😉

Aber jetzt das Wichtigste:

Ida und Happy haben den Spaß ihres Lebens!!!

Klar freuen sie sich auch über andere Rennereien aber das ist nicht vergleichbar mit dem Hetzen eines Hasen. Wer das nicht glauben kann, darf uns gern mal besuchen. Abends nach dem Training erkennt man eine Zufriedenheit, wie selten – bei ihnen und mir! Wir haben gemeinsam gearbeitet und Spaß gehabt. Auch für mich ein unglaublich schönes Erlebnis.

Ganz wichtig: Wir haben keine Ambitionen, regelmäßig Rennen zu bestreiten oder Pokale zu gewinnen. Alles läuft nur so lange und intensiv, wie Ida und Happy Spaß haben. Das erkennt man sehr gut. Wir brechen sofort ab, wenn wir merken, dass die Freude nachlässt, weil sie zum Beispiel müde sind.

Wie gesagt, das sind unsere persönlichen Erfahrungen und ich schreibe das nicht, um eine Diskussion loszutreten. Das ist alles Ansichtssache. Vielleicht interessiert sich der eine oder andere für das, was da genau passiert.

Wenn das so ist, wendet Euch doch bitte gern an Monika Mosch. Jeder ist willkommen und fast alle Windis können mitmachen.

Viele Grüße von der Schlagzeugfamilie!

Anfänger-Training | Junghunde auf der Windhund-Rennbahn

Matthias ist zusammen mit Happy und Ida ein tolles Windhund-Rennsport Trio. In der ersten Trainingsstunde habe ich Matthias mein Trainingskonzept vorgestellt und Happy und Ida durften nach dem Warmlaufen einem ersten Test auf der Windhund-Rennbahn am Höltigbaum laufen.

Und welchem Windhund-Besitzer geht nicht das Herz auf, wenn er seine Hunde beobachtet und sieht, wie sich die Genetik voll entfaltet und die Hunde ungezwungen und voller Freude ihrer großen Leidenschaft nachgehen.

Für Matthias war klar, er kommt mit Happy und Ida wieder. Und alle drei haben superschnell gelernt. Das Ziel: Matthias zum Coach seiner Hunde auszubilden. Ihm Wissen zu vermitteln und ihn für die Feinheiten zu sensibilisieren, die wichtig sind.

Der Startkasten war schnell aufgebaut, die Hunde hatten ja bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht. An der notwendigen Kondition für die Hetzarbeit fehlte es den beiden Hunden natürlich noch und so haben wir die Belastungsreize langsam von Training zu Training gesteigert. Fokustraining, Kurventraining, Sprint- und Startkastentraining in abwechslungsreicher Kombination. Wir konnten von Woche zu Woche sehen, wie die Hunde muskulöser und leistungsfähiger wurden.

Matthias verbesserte an den Trainings freien Tagen die Grundlagenausdauer seiner Hunde und joggte mit Ihnen durch Feld, Wald und Wiesen. Die drei hatten unglaubliche Fortschritte gemacht. So war der Tag an dem das „große Schlagzeug“ gespielt werden sollte in greifbare Nähe gerückt. Die Herausforderung die große Hasenzug-Maschine auf der Rennbahn. Die beiden Galgos waren ja bisher nur den Hasenzug am Boden über Umlenkrollen gewohnt und kannten den „Schlitten“ nicht.

Die Umstellung war für die Hündin Ida gar kein Problem, Happy tat sich etwas schwerer, aber Dank der Künste des „Hasenziehers“ konnte auch Happy im zweiten Anlauf auf die Strecke gebracht werden.

Beide Hunde starten mittlerweile zusammen von 480 m, selbstverständlich aus der Startbox und haben den Spaß ihres Windhundlebens.

Und für mich war es eine ganz besondere Freude zu sehen, wie sich die Qualität der Beziehung zwischen Mensch und Jagdwindhund auf eine höhere Ebene begibt.

Monika Mosch – Training für Windhunde – Sighthound-Coach Sommer 2019

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