25/09/2019

Fit für Rennbahn & Coursing (5)

Last Updated on 05/04/2020 by Monika

Kapitel 5

05. Training & Übung

Das Trainingssystem, das ich nutze, nenne ich das „double-cross Trainingskonzept“. Dies kombiniert: Ausdauertraining und Krafttraining, Sprinttraining und Geschicklichkeitstraining. Die kooperative Jagdstrategie bleibt dabei dem physiologischen Training übergeordnet.

Vorab wird ein Fitnessprogramm für den jeweiligen Hund zusammengestellt. Das Training beinhaltet Übungen für Sprint und Geschicklichkeit, Stärke und Ausdauer.

Wichtig ist dabei, dass die Grundfitness eines jeden Hundes vom Besitzer vorab richtig beurteilt wird. D.h. Ihr könnt einfach ein Aktivitätsprotokoll / Tagebuch führen. Schaut z. B. auf die Uhr, wenn Eure Hunde frei laufen, um ein Gefühl für Intensität und Dauer zu bekommen. Bei dieser Gelegenheit nehmt Ihr auch gleich Pulswerte und tragt sie in Euer Trainingsbuch. (Hint: Kapitel 12 Trainingsbuch und Trainingspläne)

Die einzelnen Trainingselemente im Trainingskonzept

Stärke ist wichtig für schnelle Reaktion und Kraft, die erforderlich ist, um den Körper in die gewünschte Richtung zu bewegen. Stärke wird auch für die schnelle Beschleunigung und Geschwindigkeit während des Rennens benötigt. 

Muskelkraft beugt Verletzungen vor und erhöht die Gelenkstabilität. Durchhaltevermögen ist wichtig für die Rennbahn und auf jeden Fall notwendig für das Coursing. 

Krafttraining Übungen sind alles, was bergauf geht, springen, jagen und gejagt werden zum Beispiel im Freilauf. Sprints und Galopps stärken die wichtigen Rücken- und Lendenmuskeln.

Durch Krafttraining entwickeln sich die schnell zuckenden Muskelfasern (Fast-Twitch), während durch Ausdauertraining die langsam zuckenden (Slow-Twitch) Fasern gestärkt werden. (Hint: Kapitel 3 „Muskulatur“)

Ausdauertraining sind alle Aktivitäten bei denen der Hund wiederholte Bewegungen in einer relativ kontinuierlichen Geschwindigkeit ausführt – Dauer: ab 15 Minuten aufwärts. Ab 10 Minuten aufwärts im Wasser. Wenn der Hund allerdings ins Wasser spring, z. B. um etwas zu apportieren und dann wieder raus kommt, ist das Krafttraining.

Zum Ausdauertraining gehört: frei laufen, neben dem Fahrrad im Arbeitstrab laufen, lange Spaziergänge für sechs, zehn, zwölf oder mehr Kilometer täglich! Zusätzlich zur Bewegung im Freilauf. Das Ausdauertraining wirkt sich positiv auf das Durchhaltevermögen aus.

Das Training beginnt langsam, sanft und schreitet zu einem erreichbaren Ziel fort. Es sollte Aktivitäten enthalten, die sowohl für den Hund als auch für den Besitzer angenehm sind und Spaß machen. 

Das Sprint- und Beweglichkeitstraining

Im Sprinttraining soll der Hund möglichst früh seine Höchstgeschwindigkeit erreichen – frühes Tempo ist das Ziel. Das wird erreicht durch Reaktionsvermögen und Schnellkraft. Das Hinzufügen von Gewichten oder Schleppgewichten stört dagegen die normalen Beschleunigungsbewegungen des Windhundes, was sich nachteilig auf die Leistung auswirkt. 1Effect of elastic-cord towing on the kinematics of the acceleration phase of sprinting.2003 Feb;17(1):72-5. Und Effects of Resisted Sled Towing on Sprint Kinematics in Field-Sport Athletes Robert G. Lockie et al. Die Sauerstoffaufnahme (VO2max) wird durch Sprinttraining erhöht und optimiert.

Beweglichkeitstraining – dient der Koordination, der Balance, Geschicklichkeit. Handleinen-Köder oder Reizangel mit Spielzeug (Beute) sind gut, um Wendungen und Richtungswechsel zu trainieren sowie den Reflex zur sofortigen Reaktion. Zusätzlich können noch Hindernisse eingebaut werden, natürliche Hindernisse im Wald, aber auch ein Stangen-Training (Kavaletti) bieten sich an. 


Training ist nicht gleich Training

Klar ist – wer gezielt die sportliche Leistung seines Hundes im Windhund-Rennsport verbessern will – der muss mehr machen, als jede Woche das Vereinstraining zu besuchen. Ausserdem muss sich jeder die Frage stellen, was er in sein Hobby investieren will und kann, und das ist nicht nur eine Frage des persönlichen Ehrgeizes.

Fehler, die z. B. beim Aufbau des Startkastens passieren und die Ihr selbst kaum lokalisieren könnt, verändern sich trotz zahlreicher raffinierter Ratschläge von “Könnern” im eigenen Verein nicht unbedingt zum positiven.

Letztendlich wird im Windhund-Rennsport viel Zeit, Energie und Geld investiert. Doch kaum einer macht sich Gedanken darüber, wie ein gutes Training aussehen kann, das zielführend, konstruktiv und das Voran- und Weiterkommen des Hundes bei maximaler Gesundheit beinhaltet.

Training für Rennbahn & Coursing. Ein Konzept von Sighthoud-Coach, Monika Mosch
Training ist nicht gleich Training!
Foto: Rudolf Böhm

Vor jedem Training müssen wir die Leistungsfähigkeit durch Aufwärmen mobilisieren.

Ein Beispiel für eine Warm up Routine findest Du in Kapitel 4


Trainingsziel

Das Ziel eines Trainings für die Rennbahn oder das Coursing ist nicht, dass der Hund im Training die für ihn gültige Renndistanz (270m / 350m / 480m) in einem Lauf zurücklegt. Sondern es geht darum, den Hund auf die wichtigen Situationen vorzubereiten, die im Windhund-Rennsport auf ihn zukommen.

01. Der Umgang mit Stress auf der Rennbahn / Coursingfeld, auf dem Weg zum Feld, zur, vor oder in der Startbox.

02. Mit Reaktionsvermögen und Kraft aus der Startbox zu kommen und mit Schnellkraft Strecke machen. 

03. Den Hund trainieren, wie er am besten in und aus der Kurve kommt. 

04. Fokussiert und mit Konzentration an der Beute dran bleibt. 

05. Schubkraft und Geschicklichkeit, z. B. durch Sprint – Verlangsamen – Sprint.

06. Schulung des Reaktionsvermögens durch Abwechslung. 


Die Trainingssession

Jeder Sportler übt sich durch Wiederholung. Von daher teile ich die für den jeweiligen Hund gültige Renndistanz in eine Session auf.

Eine Session addiert sich im Endwert auf die Summe der Renndistanz. Im Training werden Strecken markiert jeweils zu 20 – 50 – 80 – 100 m. Als Beispiel: ein Hund der 480 m als Renndistanz hat, kann (1 x 20)+(2 x 50)+(2 x 80)+(2 x 100) = 480 m = 1 Session, im Training absolvieren.

Die Aufteilung einer Session – also der jeweiligen Distanzen – variiert je nach Trainingsziel.

Das Trainingsziel und die Trainingsdauer wird individuell fest gelegt, je nachdem unter welchen Begebenheiten der Hund das Training beginnt. Anhaltspunkte dabei sind:

Alter – Gesundheit – Gewicht – Grundkondition – Renn- und Trainingserfahrung – Stabilität (physisch) – Schwächen – mentale Stärke – Kondition – Leistungsstand – Regenerationszeit – Korrekturanforderung 

Daraus ergibt sich, ob der Hund in einem Training eine, zwei oder drei Sessions laufen wird und welche Strecken er in einer Session läuft. Wie lange der Hund Pause / Regeneration benötigt etc.

Ein gutes Training ist ein komplexes Thema. Komplex weil wir es mit Hunden zu tun haben – jeder für sich ganz unterschiedlich.

Nach einem entsprechenden Basis-Training, das zwischen 4 und 6 Wochen dauert, könnt Ihr mit Eurem Hund auf die Rennbahn oder zu einem Coursing-Training gehen und sehen, wie sich der Hund auf der gesamten Strecke macht. Ihr solltet Euch die Zeiten notieren, sowie die Umstände an diesem Tag (Bahnbeschaffenheit, Wetter, Stress etc.). Das kann Dir im späteren Verlauf helfen, den Trainingsplan entsprechend anzupassen.

Intensität, Dauer und Häufigkeit des Trainings müssen bei der Erstellung des Trainingsplan berücksichtigt werden. Intensität ist der Grad der Anstrengung (sowohl mental als auch physisch), der bei einer Übung involviert ist.


Die einzelnen Trainingselemente und Übungen

Um Deinen Hund optimal auf den Windhund-Rennsport vorzubereiten stelle ich Dir im nachfolgenden die einzelnen Trainingselemente und Übungen vor, die Du im Trainingsplan für Deinen Hund berücksichtigst und einträgst:

  • Sprinttraining
  • Startkastentraining
  • Kurventraining
  • Fokustraining
  • Ausdauertraining
  • Intervalltraining
  • Unterdistanztraining
  • Stress
  • Ruhepausen

Das Sprinttraining

Kann in einem speziellen Training auf der Rennbahn, am Strand oder auf einer Wiese durchgeführt werden.

Das Sprinttraining wird auf einer geraden Strecke (Geraden) in Sessions unterschiedlicher Streckenlängen trainiert. Diese liegen zwischen 20 und 100 Metern – und sind niemals in gleicher Reihenfolge.

Man kann die Streckenlängen in einer Session auf- und absteigend trainieren oder auch als Pyramide. Der Hund soll auf die Beute fokussiert sein und sein Tempo entsprechend der Beute anpassen, d.h. Druck auf die Beute ausüben und nicht umgekehrt.

Im Sprinttraining steht im Vordergrund, bereits beim Start darauf zu trainieren, dass der Hund seine gesamte Kraft in kurzer Zeit voll entfaltet. Dies bedeutet, dass er schnell mit Kraft und Stärke startet.

Training ist: die explosionsartige Kraftentfaltung zu trainieren, damit sich der Organismus genau darauf einstellen kann und es später im Wettkampf zu keinen Ausfällen der Körperfunktionen kommt.

Wichtig im Training: Pulsfrequenz messen, Schleimhäute checken, Pausen einbauen

Ein reines Sprinttraining ohne ein anschliessendes und ergänzendes Kurventraining kann zu Verletzungen im Wettkampf führen. Ein Sprinttraining nur auf der Geraden ist daher nicht zielführend und effizient.

Neben dem Sprinttraining ist es enorm wichtig, den Hund auch das Kurvenlaufen „beizubringen“. Gesundheitlicher Aspekt des Kurvenlaufens. Hint: Bone modeling und Bone remodeling


Das Startkastentraining

Sicherlich gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten oder Methoden, den „Startkasten“ aufzubauen. Hierbei sollte das Alter des Hundes und eventuelle Erfahrungen (positive oder negative) berücksichtigt werden.

Ziel muss sein, dass der Hund ruhig und konzentriert zum Startkasten gebracht werden kann, er sicher hinein geht und beim Schließen der Hintertür keine Panik bekommt. Der Hund im Startkasten fokussiert und ruhig darauf wartet, dass die Startbox sich öffnet und er kraftvoll heraus taucht.

Das Startkastentraining ruhig und gelassen anzugehen, zahlt sich später immer aus. Ein Startkastentraining während eines Rennens oder Trainings ist sicherlich kein guter Einstieg.

Ablenkung und Unruhe sind der Feind von Konzentration und äusserst schlechte Lernbedingungen, nicht nur für Junghunde.

Das Verständnis des Hundes für den Startkasten sollte „neu“ aufgebaut werden, bei einem Hund:

  • der nur mit Nachdruck oder mit „Gewalt“ in den Startkasten geht.
  • der beim Schließen der Hintertür nervös wird und rückwärts wieder aus dem Startkasten möchte 
  • der sich förmlich die Nase am Gitter platt drückt, scharrt und kratz, heult und winselt, bellt und bei Nicht-sofort-Bedienung seiner Erwartung droht, im Startkasten zu explodieren
  • der sich im Startkasten dreht

Es gibt sicherlich noch mehr negative Beispiele, die es erforderlich machen, dem Hund den Startkasten „neu“ zu erklären.

Aufbau Startkastentraining

Für das Startkastentraining nimmt man sich Zeit und einen ruhigen Tag auf der Rennbahn.

Das Ziel eines Startkastentrainings sollte sein, dass der Hund lernt, in die Startbox zu gehen, um dann vor verschlossenem Gitter zu stehen und die „Enge“ die dort herrscht locker und gelassen hinzunehmen und last but not least, es ganz normal zu finden, dass die Tür hinter ihm geschlossen wird.

Das klingt einfach, ist aber oftmals schwer umzusetzen. Die Enge bleibt. Dazu kommt, dass der Hund vom Hellen ins Dunkle muss – Windhunde, können auf die veränderte Lichtsituation und die Tatsache, dass sie in ein enges, dunkles „Etwas“ müssen, mit Verweigerung reagieren.

Ich halte nicht sehr viel davon, den Hund über „schnell rein da und Tür zu, weil da vorne kommt ja gleich der Hase“, zu trainieren. Dies ist unheimlich stressig für die Hunde. Im Fall eines technischen Problems oder einer Verzögerung können Panik und Stress entstehen und der Hund kann sich verletzen.

Hinter dem beliebten „durch die offene Box starten lassen“ steht ein großes Risiko für Verletzungen. Wenn der Hund mit dem Knie oder dem Bein an der Startbox hängen bleibt, kann das zu schlimmen Verletzungen führen. Selbst bei „unsichtbaren“ Verletzungen kann das bedeuten, dass der Hund beim nächsten Einsetzen verweigert.

Bei kleineren Hunden kann man sicherlich mit dem berühmten „Nachdruck“ durchgreifen, daraus resultiert dann aber oftmals das Drehen oder Herumdrehen in der Startbox.

Das ebenfalls unerwünschte „Randalieren“ in allen Ausdrucksweisen in der Startbox ist das Ergebnis eines falsch aufgebauten Startkastentrainings.

Nicht alle Hunde vertragen diese „Hau-ruck“ Methode. Abgesehen davon sind wir es unserem Hundesportler schuldig, ihm die Begebenheiten ohne Zwang und Angst nahe zu bringen. (Hint: Der Windhund-Rennsport und seine Facetten)

Alles was Ihr am Hund macht ist Ausbildung, der Hund wird nicht unterscheiden ob es eine schlechte oder gute Ausbildung ist, sondern er wird sich so verhalten, wie Ihr es ihm beigebracht habt.

Es führen viele Wege nach Rom und natürlich auch in den Startkasten

Manchmal muss man Rückwärts rein, um vorwärts mit „Wums“ heraus zu kommen. Für mich gibt es aus Erfahrung diesen einen Weg. Er hat sich bei Junghunden, älteren Hunden und auch bei Hunden bewährt, die bereits Probleme mit dem Startkasten hatten und nicht mehr hinein wollten. Und auch bei den Hunden, die im Startkasten „randalieren“.

Die Startbox erinnerte mich immer wieder an einen Pferdehänger. So kam mir die Idee, dass man es den Hunden „leichter“ macht, wenn man sie genau anders herum an die Box „gewöhnt“. Das bringt allerhand Vorteile. 

Die Hunde müssen nicht ins „dunkle, enge Ungewisse“ – der Besitzer kann vorne viel besser und zielgerichteter positiv einwirken als beim einfachen Einsetzen in den Startkasten von hinten.

Der Hund kann sich so an die Startbox mit all Geräuschen, Gerüchen und Ausblicken gewöhnen und mit der Sicherheit lernen: er kommt da wieder raus, wo er auch rein gekommen ist.

Wurde das Prinzip des Startkastens vom Hund verstanden, dann kann er ohne Probleme von hinten durch die Tür eingesetzt werden, da der Startkasten in seiner Funktion vom Hund richtig gelernt wurde. 

Wichtig dabei ist, dass der Hund weit vorne, mit dem Kopf/Nase unten am Gitter ist. Dies kann man forcieren, in dem man am oberen Teil des Gitters z.B. einen Sichtschutz anbringt, so dass er sich ganz automatisch vorne abducken muss, um etwas zu sehen. Hat der Hund seine Position verinnerlicht, dann kann der Sichtschutz natürlich abgenommen werden.

Ziel ist natürlich, dass unser Hund im späteren Verlauf des Training, dann so wie üblich, von hinten, durch die Tür in den Startkasten eingesetzt wird. Allerdings hat er dann die richtige Idee und gelernt, dass es vorne durch die Gitter heraus geht und nicht zwangsläufig nur hinten! Der Startkasten wird so auf keinen Fall zum Schreckgespenst. Wie der Aufbau funktioniert, erkläre ich Euch im nächsten Abschnitt.

Konzentration ist die Voraussetzung für Lernen und Ausbildung.

Der Hund muss den „Moment“ verstehen – und erst dann, wenn die „Momente“ mehrfach wiederholt wurde, ist der Hund in der Lage alles miteinander zu verbinden.

Vorgehensweise – Aufbau des Startkastens

Die nachfolgende Anleitung soll Euch helfen, das Startkastentraining mit Eurem Hund durchzuführen. Ihr müsst dazu zu zweit sein. Ausgehend davon, dass Euer Hund bisher keine negativen Erfahrungen mit dem Startkasten gemacht hat.

Startkastentraining Windhund-Rennsport
Der Startkasten aus anderen Perspektiven

Bei geschlossener Hintertür wird der Hund rückwärts in der Startbox „eingeparkt“. Die gesamte Übung wird je nach Hund an 2-3 Trainingstagen wiederholt. 

  • Hund rückwärts einparken (Rückwärtsrichten),
  • im nächsten Schritt drückt man das Gitter herunter, jedoch ohne es ganz zu schließen, es sollte eine gute Handbreit offen bleiben. Der Besitzer bleibt dabei im Kontakt mit seinem Hund. Der Hund soll verinnerlichen, wo die Klappe aufgeht. Sollte sich der Hund ganz nach hinten an die Rückwand drücken, lockt ihn der Besitzer wieder nach vorne und streichelt ihn durch den offenen Schlitz unterhalb des Gitters.

Fühlt sich der Hund in der Startbox sicher – auch wenn das Gitter unten ist – dann schließt man es ganz. Der Halter bleibt aber auf jeden Fall vorne an der Box und spricht mit seinem Hund. Er kann auch durch das Gitter fassen und den Hund streicheln. Wichtig ist, das die dem Hund zugerichtete Aktivität ganz unten am Gitter stattfindet. Der Halter strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Die in Hundehalterkreisen übliche „Party“ zusammen mit hohen Tönen und Lauten findet hier auf keinen Fall Anwendung.

Nun kommt der Hasenzug zum Einsatz. Kurz bevor der „Hase“ kommt, geht der Besitzer zurück, das Gitter öffnet sich und der Hund kann direkt los sprinten. Von Vorteil ist sicherlich eine mobile Hasenzug-Maschine, da es damit möglich ist, den „Hasen“ direkt vor dem Gitter zu platzieren.

Dies wird nur einmal durchgeführt und erst bei den nächsten zwei Trainings wiederholt – aber niemals mehr als einmal im Training. Je nach Hund kann der „Hase“ auch erstmal nur per Hand gezogen werden. Das ist individuell zu entscheiden.

Beim 4. Startkastentraining geht es dann erstmals von hinten durch die Tür.

  • Das Gitter ist geschlossen und
  • eine fremde Person führt den Hund in die Box.
  • Der Besitzer ist vorne, ganz unten am Gitter und motiviert den Hund mit ruhiger Stimme nach vorne zu kommen.
  • Ist der Hund vorne und mental bei seinem Besitzer, wird die Tür hinten geschlossen. Wenn der Hund gut vorne ist, steht der Besitzer auf, redet weiter mit seinem Hund berührt ihn unten durch das Gitter, um dann zur Seite zu gehen. Wenn der Hase kommt, Gitter auf und ab die Post.

Beim 5. Startkastentraining bringt der Besitzer seinen Hund selbst in die Startbox. Sobald der Hund in der Box ist, schliesst der Besitzer die Tür, geht sofern notwendig nach vorne zum Gitter und unterstützt seinen Hund dabei nach vorne zu kommen. Beugt sich runter, redet mit ihm ruhig und freundlich, streichelt ihn – das muss ganz unten am Ende des Gitters passieren. Der Hund soll ruhig und gelassen in der Startbox sein. Wenn der Hund vorne ohne Stress und Panik ist, dann kann der Besitzer wieder zur Seite gehen, der Hase kommt, das Gitter geht auf und der Hund startet los.

Der oben beschriebene Aufbau sollte bei Hunden ohne Vorbelastung problemlos zum Ziel führen.

Bei allen Hunden, die bereits „negative“ Erfahrungen mit dem Startkasten gemacht haben, verändern sich die zum Ziel führenden Schritte ganz individuell. Eins allerdings bleibt für alle gleich und das ist das auch im Neuaufbau der Weg, grundsätzlich nur von vorne über das Rückwärtsrichten, hinein in die Startbox.

Was ist zu tun, wenn schon „Hektik“ entstanden ist, die Startbox falsch trainiert wurde?

Die gute Nachricht: Hunde lernen bis ins hohe Alter so gut wie alles neu. Somit kann auch die Startbox neu konditioniert werden. Die oben beschriebene Methode eignet sich dazu ganz hervorragend, da wir durch das Rückwärtsrichten in den Startkasten das gewohnte Muster des Hundes unterbrechen.

Bei einem Umtraining darf auf keinen Fall zwischendurch der Hund wieder nach gewohnter Art in oder aus der Startbox kommen. Wenn die Startbox neu aufgebaut wird, dann ist alles andere vorerst tabu.

Ist der Hund in der Startbox, sollte die Schnauze/Nase unten sein, ganz vorne am Gitter sein. Idealerweise ist er in der Vorderkörper-Tiefstellung. Vergleichbar mit dem menschlichen Sprinter im Startblock. 

Zu beachten bei der Wahl der Trainingsmethode ist, dass der Hund grundsätzlich lernt, da wo er rein geht, komme er auch wieder raus. Die Komplexität des Startkasten als solches kann der Hund nicht – so wie wir Menschen – erkennen. Baut man den Startkasten aber richtig auf, wird die Hintertür, wenn der Hund das Prinzip des Startkastens begriffen hat, nebensächlich. Ebenso, welcher Startkasten oder auf welcher Position der Hund in den Startkasten gesetzt wird. 

Zu erkennen, wann der Hund das Prinzip des Startkastens gelernt hat, ist der alles entscheidende Moment.

Startkastenprobleme

Die häufigsten Startkastenprobleme äußern sich wie folgt:

  • Der Hund möchte nicht in den Startkasten gehen, man bekommt ihn nur mit Druck hinein.
  • Wenn er drin ist, dann dreht er sich in der Box wie wild herum.
  • Der Hund wartet so lange, bis der Startkasten ganz offen ist und kommt dann erst nach vorne und startet. Dieses Verhalten gibt es in unterschiedlichen Stufen und Varianten.
  • Der Hund kratzt ungeduldig am Gitter, ganz unterschiedlich mit oder ohne Ton. Bei Windspielen passen z. B. die Pfoten/Bein mit Leichtigkeit durch das Gitter. Das kann beim Öffnen des Startkastens böse Verletzungen geben. Je energischer große Hunde mit dem Pfoten am Gitter kratzen, umso grösser ist die Gefahr, sich zu verletzen. Die Hunde können mit der schlanken Pfote stecken bleiben, sobald sich das Gitter öffnet.
  • Und dann gibt es noch die Hunde, die sich sofort wieder zur Tür umdrehen, sobald diese geschlossen ist.

Ein falsch aufgebautes Startkastentraining ist oftmals die Ursache für Verletzungen. Die absolut schlechteste Idee ist, den Hund durch die offene Box starten zu lassen. Dahinter verbirgt eine großes Verletzungspotential und was hundert oder tausend Mal gut ging, geht auch mal schief. Ausserdem wird der Hund im weiteren Trainingsverlauf nicht verstehen, warum dann irgendwann plötzlich die Tür geschlossen wird.

Im Übrigen sollte mit dem Hund immer ohne Halsband oder Geschirr trainiert werden, um Verletzungen zu vermeiden.


Das Öffnen der Startboxen

Der Zeitpunkt, wann die Startboxen geöffnet werden, sollte idealerweise dann sein, wenn der „Hase“ mit hoher Geschwindigkeit auf der Höhe der Startbox ist. Dies erfordert ein gutes Timing von dem, der die Boxen öffnet und ein gutes Gefühl des Hasenziehers für die jeweilige Rasse und die Geschwindigkeit der Hasenzugmaschine. Je weiter der Hase „Vorsprung“ hat, desto größer ist die Verletzungsgefahr in der Box und hinter dem Gitter.

Je länger die Hunde eingesperrt „beobachten“ müssen, wie sich das Objekt der Begierde in rasantem Tempo von ihnen entfernt, desto größer wird der Stress.

In der Regel werden die Kästen erst dann geöffnet, wenn alle Hunde die in den Startboxen 1-6 warten, den Hasen sehen können.

An einigen Rennbahnen gibt es dafür Markierungen, die dem Startkastenpersonal helfen, den richtigen Moment zu treffen. So lange jedoch Menschen den Startkasten und den Hasenzug bedienen, sind immer Fehler möglich. Seid deswegen nicht so hart mit denen, die es den Hunden ermöglichen ihrer großen Leidenschaft nachzugehen. Auch dann, wenn mal Fehler passieren.

Im Profi-Rennsport wird der Hasenzug und auch der Öffnungsmechanismus des Startkastens nicht mehr von Menschen bedient, sondern wird über den Computer gesteuert.

Kraftvoll aus der Startbox

Wenn das Startkastentraining abgeschlossen ist, dann geht es an die Feinheiten und Details, damit Dein Hund mit Reaktionsvermögen und Kraft aus der Startbox kommt und mit Schnellkraft auf den ersten Metern der Strecke Tempo macht. 

Der frühe und kraftvolle Start mit dem öffnen des Startkastens . Zeitlupen-Aufnahme, beginnt ca. bei Sekunde 16

Beobachten des Startvorgangs ist zum Beispiel mit Hilfe von Videos und/oder den Pfotenabdrücken im Sand (nur auf einer Sandbahn) möglich. Verbesserungen werden erzielt durch den Einsatz von Reizen mit den entsprechenden Korrekturen.

Dies ist ein fein abgestimmtes Training, das von Hund zu Hund ganz individuell gestaltet wird und für das es auch kein Schema-F gibt.

Ein schneller und kraftvoller Start aus der Startbox ist abhängig von der Konzentration und dem Reaktionsvermögen des Windhundes. Beides lässt sich trainieren durch Übung.

Das Reaktionsvermögen ist entscheidend für einen schnellen Start beim Windhund-Rennsport

Das Reaktionsvermögen ist entscheidend für einen schnellen Start beim Windhund-Rennsport.

Vorsprung durch Reaktionsvermögen im Windhund-Rennsport

Während dieser Hund schon unterwegs ist, „schlafen“ die anderen Windhunde im Startkasten noch.

Startboxtraining im Windhund-Rennsport für einen perfekten Start

Vorsprung durch die Schulung des Reaktionsvermögens im Training.

Vorsprung im Windhund-Rennsport

Nach einem schnellen Start ist Schnellkraft, Geschwindigkeit und das Durchhaltevermögen entscheidend.


Kurventraining – Bone Modeling & Bone Remodeling

Beim Kurventraining wird der Hund aus der Hand kurz vor der Kurve gestartet, läuft dann in und um die Kurve und ein Stück auf die Gerade.

Nach und nach wird die Distanz zur Kurve verändern, d. h. man vergrößert den Abstand des Startpunkts zur Kurve. Abhängig von Alter, Grundkondition und Trainingsstatus des Hundes.

Ein Ziel ist es, die Stärke der Knochen durch die Belastung zu erhöhen. Knochenwachstum aber auch Knochenabbau wird durch die maximale elastische Verformung des Knochens bestimmt.

Grund für eine Verformung sind die auftretenden kurzzeitigen Maximalkräfte.

Dieser Vorgang findet ein Leben lang im Organismus statt. Der Knochen adaptiert seine mechanische Funktion – das heißt seine Geometrie. Dadurch wird die Knochenfestigkeit ein Leben lang auf die jeweiligen Anforderungen angepasst und abgestimmt. Hint: Mechanostat – Harold Forst.

„Bone modeling“ ist also eine ganz normale und natürliche Folge von Training. Die Belastung im Training ist ansteigend und durch die gezielte Erhöhung der Belastung wird die Knochenfestigkeit angepasst.

Stellt man sich die Belastung, die auf die einzelnen Knochen, z. B. das Sprunggelenk oder das Karpalgelenk beim Kurvenlauf einwirken, vor, so erscheint es umso logischer, dies beim Training zu berücksichtigen.

Entfällt die Belastung auf die Knochen, entwickeln sich die Stärke der Knochen zurück.

Dazu sind bereits ca. 4 Wochen ohne Belastung ausreichend.

Deswegen ist ein Aufbau-Training, z. B. nach einer Pause oder Krankheit umso wichtiger. Dazu findest Du weitere ausführliche Informationen im Kapitel 10.

Neben diesem wichtigen gesundheitlichen Aspekt fördert das Kurventraining als gesondertes Trainingselement die Geschicklichkeit des Hundes sowie sein eigenes Einschätzungsvermögen für die in der Kurve wirkenden zentrifugalen Kräfte.

Auch wenn die Biomechanik von Vier- und Zweibeinern ganz unterschiedlich zu betrachten ist, fördert Wiederholung durch Übung das Selbstvertrauen in den eigenen Körper mit all seinen Fähigkeiten, dadurch erhöht sich automatisch die Geschicklichkeit unserer Hunde.

Keine Angst vor den Kurven

Während der Hallen-Leichtathletik-Weltmeisterschaft über 200m wurde der Beweis geführt, dass engere Kurven die Läufer verlangsamen. Ob dieser Effekt auch bei Tieren eintritt wurde in einer Studie des Royal Veterinary College untersucht.

Mit Hochgeschwindigkeitskameras wurden Trainingsläufe von Greyhounds gefilmt, um anschließend die Lauftechnik der Hunde zu analysieren. 

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Greyhounds in der Kurve kaum ihre Sprünge verändern und den erhöhten zentrifugal wirkenden Kräften erfolgreich standhalten. Dies liegt daran, dass das Laufen auf vier Beinen ganz anders funktioniert als das Laufen auf zwei Beinen.

Die Muskeln eines menschlichen Sprinters müssen mit der Kombination von Zentripetal- und Gravitationskraft klar kommen, d.h. die Wirkung dieser Kräfte ausgleichen, in dem der Mensch sein Tempo in der Kurve zurück nimmt. Bei den Greyhounds verhält sich das ganz anders, ihre Antriebskraft entsteht durch den Drehmoment in den Hüften und durch das Dehnen und Strecken des Rückens. 

Vergleichbar wird es, wenn wir uns einen Menschen auf einem Fahrrad vorstellen. Durch die Trennung der Körperstrukturen haben wir die, die für Kraft sorgen, und die, die das Gewicht tragen.

Die Höchstgeschwindigkeit eines Windhundes wird nicht durch die Seitenführungskraft auf dieselbe Weise eingeschränkt wie die eines menschlichen Sprinters. Bedeutet, dass der Vierbeiner nicht den gleichen biomechanischen Gesetzen unterliegt wie der Zweibeiner, der durch die einwirkenden Kräfte gezwungen wird sein Tempo zu reduzieren.

Was aber nicht bedeutet, dass die Kurve gar keine Einwirkung auf die Hunde hat, sie gleichen nur anders aus. HINT Kapitel 10 Lokomotion Kurve

Warum es nach wie vor auch im Profisport Unfälle in den Kurven gibt, kann ich mir nur dadurch erklären, dass die Hunde, die in der Kurve die Unfallverursacher sind, vielleicht zu den schlechter trainierten oder auch aufgeregteren Greyhounds gehören. Allerdings ist das nun rein spekulativ.

Fakt ist, in jeder der Kurven steckt das Risiko eines Zusammenstoßes.

Die Kräfte die auf den Hund einwirken errechnen sich aus Geschwindigkeit und Gewicht. Je schneller der Hund ist, desto weniger bzw. kürzer ist der Kontakt zum Boden. Kapitel 10 befasst sich ganz ausführlich mit dem Thema Lokomotion.

Wie bereits erwähnt muss das Bone Modeling oder Bone Remodeling berücksichtigt werden und zwar im Training und bei der Fütterung. Ganz besonders aber nach einer Verletzungs- oder Trainingspause. (Hint: Kapitel 9 Kalzium). 


Fokustraining

Die Fokussierung auf die „Beute“ ist deshalb so wichtig, weil uns oder dem Hund spätestens beim Coursing eine mangelhafte Fokussierung auf die Füsse fällt.

Auf der Rennbahn wird die Laufstrecke einfach durch die Architektur vorgegeben, d.h. die Hunde können erstmal nicht anders. Hinzu kommt die Gruppendynamik wenn die Hunde zu mehreren laufen und nicht zu vergessen, die Konditionierung darauf, dass eine bestimmte Strecke zu laufen ist.

Dieser Konditionierung wird durch Training entgegen gewirkt. Im Training erarbeiten wir das Optimum an Hasenschärfe heraus, mit dem Fokus auf die Beute.

Denn das Ziel des Rennsports ist nicht, dass der Hund mit den anderen Hunden nur mitläuft, sondern hetzt.

Spätestens beim Coursing ist keine Bahn mehr da. Aber ich kann auch bereits beim Bahntraining durch wechselnde „Beutestücke“ oder durch wechselnde Streckenabschnitte bereits eine Fokussierung erreichen. Der Hund soll ausserdem dahin gehend trainiert werden, nicht gleich aufzugeben, wenn zum Beispiel die Beute einen größeren Abstand gewinnt. Kombiniert man das damit, dass der Hund auch mal „Druck“ auf die Beute ausüben kann, fördert das die Hasenschärfe.

Die "Beute" für das Training der Hasenschärfe muss nicht zwingend groß und mächtig sein.

Die „Beute“ muss nicht zwingend groß und mächtig sein, sie kann auch klein und gerade eben noch so zu sehen sein.

Wir schulen den Hund, dass er sich auf kleine Details der Bewegung konzentriert. Dies lässt weniger Raum für „andere Dinge“, die später als „Aussen“ beschrieben in Form von Ablenkung auftauchen.

Ebenso steht in keinem Gesetz geschrieben, dass man nicht im Uhrzeigersinn trainieren darf. 

Die Reizangel und alle Spiele die das Reaktionsvermögen des Hundes verbessern, stabilisieren die Fokussierung.

Ein gut fokussierter Windhund wird durch nichts abgelenkt, er bleibt mit seiner gesamten Konzentration an der „Beute“ dran.


Warum ist Ausdauertraining auch für einen Sprinter wichtig?

Genau wie menschliche Athleten profitieren Hunde durch die Variation in der Intensität, Häufigkeit und Dauer der Trainingseinheiten. Eine Möglichkeit hierfür ist das Intervalltraining. Ein systematischer Wechsel zwischen Belastungs- und Entlastungsphasen. Intensive Intervalle verbessern die aerobe und anaerobe Ausdauer, sie steigern die maximale Sauerstoffaufnahme und somit die Laufleistung.

Hierzu eignet sich das Fahrrad, am besten natürlich ein E-Bike. Oder wenn Euer Hund im Freilauf mit anderen Hunden tobt und rennt, dann solltet Ihr nach dem „Rennspiel“ mit ihm weiter laufen, ihn in Bewegung halten und so die Entlastungsphase einfließen lassen. So dass er aus der Bewegung heraus wieder in die nächste Belastungsphase (Rennspiel) gehen kann, d.h. der Organismus erholt sich nicht vollständig (wie bei kompletter Ruhe – durch hinlegen oder herum stehen).

Dadurch wird automatisch ein stärkerer Trainingsreiz gesetzt und der Körper lernt dadurch sich in der Bewegung zu regenerieren. 

Trainiert man mit dem Hund mit einem Hasenzug, so sollte man den Hund nach jedem Sprint (Strecke zwischen 20 – 100* m) in Bewegung halten. Um ihn anschließend nach 45 Sekunden ( 2 Minuten im Aufbau bei Junghunden) der aktiven Erholungsphase wieder in einen kurzen Sprint zu schicken. Puls- und Atemfrequenz unbedingt kontrollieren. Bei längeren Sprint-Strecken sollten je nach Fitness die aktive Erholungsphase mindestens 12 Minuten betragen. (Hint: Kapitel 9 ATP)

Das Intervalltraining im Sprint wirkt sich ausserdem auf die Ausdauer aus und hat damit einen positiven Effekt auf die Muskulatur.

Im Training muss der Spaß, den der Hund dabei hat im Vordergrund stehen. Erst wenn wir seinen Willen zum besser werden geweckt haben, wird der Hund gut mitarbeiten und das Training erfolgreich. 

Auswirkung des Ausdauertrainings auf den Leistungsstoffwechsel

Bezüglich des Effektes des Ausdauertrainings auf den Leistungsstoffwechsel sind sich die meisten Studien relativ einig: Es kommt zu einer Erhöhung des Leistungsstoffwechsels, sichtbar durch eine Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme. 2Quelle: Broeder et al., 1992; Evans and Rose, 1988; Fagard, 1996; Musch et al., 1985; Proscurshim et al., 1989

Diese Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme läuft innerhalb der unterschiedlichen Spezies in spezifischen und individuellen Grenzen ab. So können nicht trainierte Individuen den Sauerstoffverbrauch in der Regel bis auf das 10fache steigern. Bei „Lauftieren“, also solchen, die speziell für enorme respiratorische Leistungen adaptiert sind (Rennpferde, Windhunde, Antilopen und andere), sind Steigerungen auf das 60fache möglich.

Geht die Intensität der physischen Aktivität darüber hinaus, wird der Mehrbedarf an Energie vor allem über anaerobe Stoffwechselvorgänge gedeckt. Zusätzlich findet unter Belastung eine „Umverteilung“ des eingeatmeten Sauerstoffs statt. Fließt dieser nämlich in Ruhe zu ca. 73% in nichtmuskuläre Gewebe (Gehirn, Magen-Darmtrakt etc.), bekommen Muskulatur und Herz bei körperlicher Aktivität bis zu 90% des Sauerstoffs ab. 3Quelle: Weibel et al., 1992

Was uns nicht den „Freibrief“ dafür geben sollte, unsere Windhunde nicht bestmöglich zu trainieren und vorzubereiten. Nur weil der Körper dazu in der Lage ist, z.B. bei drohender Gefahr schnell zu reagieren und Höchstleistungen in der Geschwindigkeit zu entwickeln. Oder weil durch die Genetik die Leistung auch ohne Training möglich wäre, darf das nicht bedeuten, dass wir unsere Tiere, sei es das Pferd oder der Windhund im Sport letztendlich überfordern.

Durch Sprinttraining optimiert man die maximale Sauerstoffaufnahme im anaeroben Leistungsstoffwechsel


Das Grundlagenausdauertraining

Alle Sportler benötigen eine gute Grundlagenausdauer. Diese trainiert nicht nur das Herz-Kreislauf-System und Atmung, sondern Dein Hund wird außerdem belastbarer in sämtlichen Stress-Situationen, wie sie z.B. bei einem Training oder am Wettkampftag entstehen.

Jede Form von Ausdauertraining sollte 2-3 Mal pro Woche mit jeweils 2-3 Tagen Pause statt finden. So kann eine optimale Regenerationszeit eingehalten werden.

Ein gezieltes Ausdauertraining darf erst mit dem erwachsenen, ausgewachsenen Hund statt finden. Beim Junghund oder einem nicht trainierten Hund muss das Training langsam aufgebaut werden, damit es nicht zu Überlastungen kommt.

Am besten eignet sich hierfür das Fahrrad oder ein Roller. Der Hund darf nicht ziehen, sondern im lockeren Trab bzw. dem Arbeitstrab laufen. Durch Verkürzung der benötigten Zeit für die Distanz kannst Du die Trainingsanforderung im Verlauf steigern, um den gewünschten Trainingseffekt zu erzielen.

Für den Aufbau der Grundlagenausdauer benötigst Du ca. 12 Wochen*.

*Bei einem grundsätzlichen, bzw. Neuaufbau, zum Beispiel bei einem Junghund.


Trainingsplan Grundlagenausdauer Training am Fahrrad/Roller

*Ausgehend von einem Junghund oder nicht trainierten Hund.

Alle nachfolgenden Angaben sind nur Richtwerte, die Dir helfen sollen den für Deinen Hund passenden Trainingsplan zu erstellen.

WocheTagDauer
1 Mo1 km oder 5 Minuten
DiPause
MiPause
DoPause
Fr1 km oder 5 Minuten
SaPause
SoPause
WocheTagDauer
2Mo1 km oder 5 Minuten
DiPause
MiPause
Do1 km oder 5 Minuten
FrPause
SaPause
So1 km oder 5 Minuten
WocheTagDauer
3 + 4MoPause
DiPause
Mi2 km oder 10 Minuten
DoPause
FrPause
Sa2 km oder 10 Minuten
SoPause
WocheTagDauer
5 + 6MoPause
Di3 km oder 15 Minuten
MiPause
DoPause
Fr3 km oder 15 Minuten
SaPause
SoPause
WocheTagDauer
7 + 8Mo4 km oder 20 Minuten
DiPause
MiPause
Do4 km oder 20 Minuten
FrPause
SaPause
So4 km oder 20 Minuten
WocheTagDauer
9 + 10MoPause
DiPause
Mi5 km oder 25 Minuten
DoPause
FrPause
Sa5 km oder 25 Minuten
SoPause
WocheTagDauer
11 + 12MoPause
Di6 km oder 30 Minuten
MiPause
DoPause
Fr6 km oder 30 Minuten
SaPause
SoPause

Für den Erhalt der Grundlagenausdauer sollte das Pensum der Wochen 11+12 mindestens 2-3 x pro Woche beibehalten werden.


Intervalltraining

Das Intervalltraining ist die beste Trainingsmethode um die Regenerationszeit zu trainieren. Denn wie gut ein Hund, Pferd oder auch Mensch trainiert ist, misst man in der Zeit, die der Organismus benötigt sich zu regenerieren, d.h. Puls und Atmung gehen nach der Belastung wieder in den Normalbereich. Je schneller das geht, desto besser trainiert ist der Athlet.

Ein Intervalltraining bedeutet Belastung und Erholung in der Bewegung. Das könnt ihr auch ohne Rennbahn und Hasenzugmaschine in Euren Alltag einbauen.

Das Intervalltraining eignet sich besonders bei hohen, kurzfristigen und intensiven Belastungen im anaeroben Bereich. Voraussetzung ist, dass dem Intervalltraining ein Grundlagen Ausdauertraining vorangegangen ist.

Für das Intervalltraining brauchst Du Deinen Hund und ein Fahrrad – im Optimalfall hast Du ein E-Bike. Der Trainingsplan sieht dann wie folgt aus:

Trainingsplan Intervalltraining

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Grundlagenausdauertraining

WochenplanTagDauer
Mo6-8 km oder 30 Minuten
DiPause
MiPause
DoIntervalltraining

Einlaufen: 10-15 Minuten bzw. 2-3 km

30 Sekunden-Intervall Galopp
1 Minute Regeneration im Trab
30 Sekunden-Intervall Galopp
2 Minute Regeneration im Trab
1 Minute Intervall Galopp
2 Minuten Regeneration im Trab
1 Minute Intervall Galopp

„Auslaufen für ca. 10-15 Minuten bzw. 2-3 km
FrPause
SaPause
So6-8 km oder 30 Minuten

Weitere Details und Muster für Trainingspläne, sowie Tools für die Erstellung von Trainingsplänen findest Du in Kapitel 12: Trainingsbuch, Trainingsplan und Protokolle.


Was versteht man unter einem Unterdistanztraining?

Die Prinzipien des Unterdistanztrainings zu verstehen, ist aufgrund der Trainingsangebote, die es durch die Vereine gibt vielleicht nicht gleich auf Anhieb verständlich. Warum es aber trotzdem ein starkes Trainingsprinzip sein kann erfahrt Ihr im nächsten Abschnitt.

Alles was wir im Training machen (Sprint-Training, Kurventraining) ist unterhalb der eigentlichen maximalen Distanz, die der Hund später im Wettkampf laufen wird. Auch, wenn die Trainingsdistanzen der Sessions zusammengefasst wieder die Endstrecke oder sogar mehr erreichen.

Die Sessions beim Sprint- und Kurventraining sind ein hochintensives Intervalltraining, da die Hunde bei jedem Sprint und sei er noch so kurz trotzdem immer alles geben.

In der Regenerationphase, die aktiv ist, wird das Muskelwachstum angeregt, so dass der Körper für die zukünftigen Anforderungen gewappnet ist.

Die Anforderung besteht in der gesamten Distanz also erst mit dem ersten Testtraining, durch Besuch des wöchentlichen Trainings im Rennverein. Achtung: Soll Euer Hund z.B. als End-Distanz im Wettkampf später 480m laufen, dann ist die maximale Distanz im ersten Testtraining nach der Aufbauphase vorerst „nur“ 350m. Da das Ziel des Testlauf 1. die reine Zeitkontrolle ist und 2. dazu dient die Leistungsbelastung zu prüfen und gegebenenfalls den Trainingsplan anzupassen.

Je nach dem, welche Trainingsmöglichkeiten Du hast und wie oft Du mit Deinem Hund Wettkämpfe besuchst, kannst Du ihn 1 x im Monat die volle End-Distanz (z.B. 480m) laufen lassen. Dies hat dann den ähnlichen Effekt wie ein Intervalltraining, wie z.B. am Fahrrad und sollte sich steigernd auf die Zeit des 2. Laufs auswirken.

Der Körper wird dann im „Wettkampf“, wenn er z.B. erstmals 480m läuft im 1. Durchgang so verausgabt, dass er während der Regeneration das Muskelwachstum anregt und zwar über das ursprüngliche Ausgangslevel hinaus, um für künftige Anforderungen gewappnet zu sein. (Hint: Kapitel 7 Modell der progressiven Belastungssteigerung)

Trainieren wir unseren Hund ständig auf der maximalen Distanz, so entsteht kein Wachstum – der Körper stagniert, da es keine höhere Anforderung an ihn gibt.

Ein Langstreckenlauf auf der Rennbahn macht also nur Sinn, wenn erstens der Langstreckenlauf ausschließlich im 1. Lauf erfolgt und der Hund durch ein entsprechendes Training dafür vorbereitet ist. Und zweitens in absehbarer Zeit die Wettkampfphase bevorsteht. Die Steigerung der Leistung im 2. Lauf sollte dann auf der normalen Renndistanz für die Klasse Deines Hundes messbar sein. Der Hund läuft eine schnellere Zeit.

Wenn Dein Hund nach der Langstrecke Schwierigkeiten bei der Regeneration hat, dann solltest Du ihn vom 2. Lauf zurück ziehen und Deinen Trainingsplan überdenken.

Trainingsdistanzen von Testläufen und Langenstreckenläufe sollten daher im Trainingsplan mit bedacht berücksichtigt werden.

Mit dem Unterdistanztraining erzielt man die Fitness die notwendig ist, um den Hund auf die angestrebte maximale Leistung vorzubereiten.

Genau aus diesem Grund ist das Training (Sprints und Kurventraining in Sessions) so effektiv für unsere Windhunde. Die Superkompensation ist lediglich als Modell zu verstehen, dass die Anforderungen an den Trainingsverlauf ausdrückt.

Die individuellen Parameter eines jeden Windhundes sind im Training und bei der Erstellung des Trainingsplans zu berücksichtigen. Hierzu zählen: Alter, Geschlecht, genetische Disposition, konditionelle Voraussetzungen, Trainingshäufigkeit etc. und natürlich die Vitalwerte und das Gewicht.


Stress

Der Umgang mit Stress auf der Rennbahn / Coursing-Gelände. Zum einen gibt es den Stress, der allein durch die Anwesenheit vieler Menschen, anderer fremder Hunde und vielleicht durch die ungewohnte Umgebung ganz von allein kommt.

Hunde, die bereits ab dem Welpenalter neben der normalen Sozialisierung auch in Selbstbeherrschung, Selbstregulation trainiert wurden haben dabei einen klaren Vorteil.

Wenn ein Hund eine gute Frusttrationstoleranz hat, bedeutet das nicht, dass er Frust hat oder den Frust einfach aushält, sondern, bei einem Hund mit einer guten Frustrationstoleranz entsteht erst gar kein Frust.

Ein Training eignet sich auf jeden Fall auch dazu, um den hausgemachten, vom Halter zugelassenen und damit „gelernten Stress“ wieder abzubauen. Dies erfordert Zeit und natürlich auch Training.

Bei einem Windhund, der durch den bloßen Besuch der Rennbahn oder durch eine Teilnahme an einem Rennen bereits starke Stressanzeichen zeigt, ist die Gefahr sehr groß, dass dieser Stress dauerhafte gesundheitliche Schäden verursacht. Diese werden sicherlich nicht nach kurzer Zeit „sichtbar“, vielmehr handelt es sich um einen schleichenden Prozeß, der sich ganz unterschiedlich äußern kann. Wer denkt, dass er durch die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln den Stress, den der Hund hat abstellen kann, der irrt ganz gewaltig.

Unsere Windhunde machen es dem unerfahrenen Beobachter oftmals schwer, den Stresszustand des Hundes zu beurteilen, ein wichtiger Indikator sind die Vitalwerte und die sollte jeder Halter bei seinem Hund, abhängig von Umwelteinflüßen, kennen.

Zum Beispiel ist das Bald Thigh Syndrome oder auch Alopezie ein klares Zeichen für Stress in Kombination mit Dehydration. Früher wurde von Tierärzten die Gabe von Schilddrüsenhormon empfohlen, leider ist dies oftmals heute noch der Fall, z.B. bei den Windhunden, die aus dem Tierschutz kommen, hält sich diese Fehlinformation hartnäckig und wird weiterhin verbreitet.

In den vielen Fällen sieht der betroffene Windhund gesund aus, frisst gut und ist hell und wach im Alltag und im Training. Durch Stress kommt es in einen Zeitraum von ca. 4 bis 6 Wochen zu ersten Anzeichen auf der Haut. Sie kann faltig werden, lederähnlich und/oder verdunkelt sich mit zunehmendem Haarverlust oder Ausdünnung an den Oberschenkeln, Ellbogen und der Brust. Der Teufelskreis beginnt. Gewichtsverlust und eine chronische Dehydration gehen einher mit dem Haarverlust, die Leistung ist unregelmässig und zeigt sich durch Abnahme in Geschwindigkeit und Ausdauer. Das kann sogar soweit gehen, dass Dein Windhund das Interesse an der „Jagd“, d.h. dem Rennen verliert.

(HINT: Kapitel 2: Gesundheit – Bald Thigh Syndrome / Alopezie)

Die physiologischen Auswirkungen von Stress

Der Körper reagiert sowohl biochemisch als auch neurologisch auf Stress, und diese Reaktionen beeinflussen das Immunsystem sowie das Herz-Kreislauf-, Atmungs- und Magen-Darm-System.

Eine der zentralen physiologischen Reaktionen auf Stress ist die Freisetzung von endogenen (im Körper erzeugten) Glucocorticoiden. Da diese Steroide vom Körper während des Stresses zur Verfügung gestellt werden, werden sie oft als Stresshormone, z.B. Cortisol bezeichnet. 

Glucocorticoide fördern in natürlicher Konzentration die Gluconeogenese (Neubildung von Glucose und Glykogen). Bedeutet, Protein- und Fettdepots werden abgebaut und zur Energiegewinnung eingesetzt. Dies bewirkt eine erhöhte Konzentrationen von Glucose, Aminosäuren und Fettsäuren im Blut sowie derer Abbauprodukte. (HINT: Kapitel 9: Stoffwechselvorgänge)

Stresssituationen lösen eine neurologische Reaktion aus, die vom sympathischen Arm des autonomen Nervensystems gesteuert wird. Die sympathischen Nerven, die in Verbindung mit Adrenalin wirken, das von den Nebennieren abgesondert wird, verursachen eine Vielzahl von physiologischen Veränderungen im Körper, einschließlich Veränderungen des Blutflusses, Veränderungen der Gehirnaktivität und auch eine Erhöhung der Muskelkraft.

Auf der molekularen Ebene werden Emotionen durch biochemische Ereignisse im Gehirn erzeugt. Wenn Nerven Nachrichten von einem Bereich des Gehirns zu einem anderen übertragen, werden chemische Substanzen, so genannte Neurotransmitter, freigesetzt. Diese Substanzen können die gesamte Palette der psychologischen Effekte wie Glück, Angst, Spannung und viele andere Emotionen erzeugen. Die Freisetzung dieser biochemischen Botschaften ist teilweise für das Stressgefühl verantwortlich.

Menschen reagieren häufig auf Stress, indem sie müde werden. Die gleichen physiologischen Reaktionen treten bei gestressten Hunden auf. Dazu kommen weitere abnormale Verhaltensweisen, die teilweise als Ausdruck von Stress bei Hunden angesehen werden. Dazu gehören Selbstverstümmelungen, übermäßiges Lecken und Beißen an den Beinen, Saugen an der Flanke, Zähneklappern oder ständiges Kauen. Zu den unerwünschten Verhaltensweisen gehören Markierung, Herumwandern, ungerichtetes Bellen, Zerstörung von Gegenständen und Aggression. Wenn Hunde sich weigern zu essen oder zu trinken, ist das ein Zeichen von Stress.

Dies sind alles Wege, auf denen Hunde innere Spannungen oder Stress ausdrücken.

Stress ist einer der Hauptursachen von Verletzungen. 

Stress können wir nie gänzlich verhindern, aber viele Dinge können im Vorfeld getan werden, um sicherzustellen, dass ein Hund keine übertriebenen und unangemessenen Reaktionen auf die Umwelt oder Veränderungen hat. 

Hunde unterscheiden sich individuell in ihren Reaktionen auf Stress. Es ist wichtig, dass daran gearbeitet wird, die Nervosität und Aufregung kontrollierbar zu machen und dem Hund Zeit zu geben mit dem Stress umzugehen. Das bedeutet nicht, den Hund in Watte zu packen, sondern die gezielte Förderung, mit Stress umzugehen und damit im positiven Sinn, klar zu kommen.

Jagen und Hetzen ist Stress, das sollte uns bewusst sein. Je besser wir unseren Hund auf diesen Stress vorbereiten, desto leichtfüssiger und stressfreier kann er damit umgehen und ist so in der Lage sich ganz auf seine Aufgabe zu konzentrieren.

Die Prozesse, die im Körper ablaufen und miteinander verknüpft sind, hängen eng miteinander zusammen und wirken wechselseitig, beeinflussen die Neurotransmitter, die Hormone und die verfügbaren Brennstoffe. 

Stress und Aufregung sind Energieräuber, sie zehren nicht nur an den verfügbaren Ressourcen des Körpers, sondern mindern dadurch auch die Leistung. 

Die Biologie ist ein wichtiges Thema, Wissenschaftler und Forscher sind vielen Geheimnissen der Evolution und Funktionen im Körper noch nicht gänzlich und gesichert auf den Grund gekommen. Welche Körperprozesse steuern was, die wieder andere Körperprozesse auslösen?

Die Biochemie des Organismus ist ein ausgeklügeltes System, das sich nicht so einfach überlisten lässt. Umso wichtiger ist die Kontrolle aller Faktoren, die von aussen auf den Körper einwirken und die wir beeinflussen können, da steht der Faktor „Stress“ für mich an erster Stelle.

Hier erwarte ich von Euch, dass Ihr genau die Verantwortung für Euren Hund übernehmt und durch stressreduzierende Trainingsarbeit Euren Hund „Fit für Rennbahn und Coursing“ macht. Dies ist sicherlich nicht für alle der leichteste und konfliktfreieste Weg, jedoch sollten Fehler korrigiert werden, die beim Antrainieren, Startkastentraining und beim Renntraining, aus welchen Gründen auch immer, passiert sind. Denn nur so ist Euer Windhund in der Lage, die Anstrengungen gesund und fit zu meistern.

Wir müssen daher das Individuum betrachten, denn das was für den einen Windhund gut ist, hat für den anderen lange keine Gültigkeit. Das Zusammenspiel von Genetik, Haltung, Verhalten und Erziehung formt den Trainingsplan. Dazu kommt die Ernährung, die bei den Windhunden eine wichtige Rolle einnimmt.


Ruhepausen oder Saisonpause

Ruhepausen vom Training – nein, eigentlich nicht. Es sei denn Dein Hund ist verletzt und hat genaue Anordnung vom Tierarzt, die der Heilung von Verletzungen und / oder der Rekonvaleszénz dienen.

Ein Hundeleben besteht aus der Freude an der Bewegung und jede Bewegung ist Training.

Zum Training braucht es keine Hasenzugmaschine und keine Rennbahn. Bewegung ist der natürlichste Weg, um Muskeln aufzubauen, Sehnen und Bänder stabil zu halten; das Knochengerüst und auch das Herz-Kreislauf-System bleiben fit. Egal zu welcher Jahreszeit.

Ihr habt in diesem Kapitel gelernt, dass die Grundlagenausdauer eine wichtige Voraussetzung für unseren Sporthund ist. Und dass nach einer Trainingspause oder durch Rekonvaleszenz, nach bereits 4 Wochen das Bone remodeling eingetreten ist.

Auch wenn die Funktionäre des Windhund-Rennsports eine verdiente Winterpause benötigen, so sollten wir unsere Hunde in Bewegung halten.

Für die Hunde ist es das natürlichste von der Welt sich zu bewegen. Es kann eine Trainingspause geben, die Routinen unterbricht – aber es darf keine Bewegungspause sein.

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