Hundetraining für Windhunde – wenn Standardlösungen nicht reichen
Hundetraining ist voller Klassiker.
Schleppleine.
Rückruf.
Leinenführigkeit.
Leinenpöbeln.
Freilauf.
Impulskontrolle.
Reaktivität.
Alles Themen, die man in Hundetrainings-Videos, Kursen und Ratgebern immer wieder findet.
Und ja: Auf den ersten Blick sieht vieles beim Windhund genauso aus wie bei anderen Hunden.
Ein Hund zieht an der Leine.
Ein Hund bellt.
Ein Hund springt in die Leine.
Ein Hund jagt los.
Ein Hund hört nicht zurück.
Ein Hund ist aufgeregt.
Nicht nur das Verhalten entscheidet
Denn beim Windhund entscheidet nicht nur, was er tut.
Sondern warum er es tut.
Wann er es tut.
Wie schnell es kippt.
Und welche Wirkung dieses Verhalten für ihn hat.
Konsequenz allein reicht nicht
Viele Trainingsansätze landen irgendwann bei dem Satz:
Der Mensch muss konsequenter werden.
Ich würde es beim Windhund anders formulieren:
Versteh, was Dein Windhund gerade tut.
Und handle dann.
Nicht irgendwann.
Nicht beim nächsten Mal.
Nicht nach drei weiteren Wiederholungen, weil man ja erst mal schauen wollte, ob sich das von allein sortiert.
Beim Windhund ist „beim nächsten Mal“ oft schon der zweite Akt im gleichen Theaterstück.
Nur mit besserer Besetzung.
Windhunde lernen durch Wirkung
Windhunde lernen schnell.
Sehr schnell.
Und sie lernen nicht nur durch Wiederholung.
Sie lernen durch Wirkung.
Wenn ein Verhalten einmal funktioniert, ist das für den Windhund nicht einfach Zufall.
Es ist Information.
Wenn Vorpreschen Erfolg bringt, wird Vorpreschen gespeichert.
Wenn Fixieren Raum schafft, wird Fixieren nützlich.
Wenn Ziehen Tempo bringt, war Ziehen offenbar eine gute Idee.
Wenn Ignorieren Freiheit bringt, hat sich Ignorieren gelohnt.
Das ist kein Drama.
Das ist Lernen.
Einordnung im richtigen Moment
Nicht härter.
Nicht lauter.
Nicht mit mehr Trainingsromantik und Glitzer auf dem Übungsplatz.
Sondern klarer.
Der Windhund braucht einen Menschen, der Verhalten lesen kann, bevor daraus ein Problem wird.
Einen Menschen, der nicht erst reagiert, wenn der Hund schon im Tunnel ist.
Einen Menschen, der versteht, dass ein Windhund nicht „stur“ ist, nur weil er blitzschnell auswertet, was sich lohnt.
Wenn gutes Lernen zum Problem wird
Denn viele Probleme entstehen nicht, weil der Windhund nichts lernt.
Sondern weil er sehr gut und schnell lernt.
Nur manchmal eben das Falsche.
Hundetraining in Windhund übersetzt
In der Reihe „Wenn Hundetraining auf Windhund trifft“ schaue ich mir einzelne Klassiker aus dem Hundetraining an –
und übersetze sie in Windhund.
Windhunde brauchen oft eine andere Einordnung.
Bereits erschienen
Wenn Hundetraining auf Windhund trifft – Zum Beispiel: der Rückruf beim Windhund
Wenn Hundetraining auf Windhund trifft – Zum Beispiel: die Schleppleine