italienische Windspiele beim Schnee-Coursing
08/11/2019

Fit für Rennbahn & Coursing (11)

Last Updated on 05/04/2020 by Monika

Kapitel 11

Zusammenfassung

Training ist ein plan- und zielgerichtetes Üben, das die Steigerung aller Körperfunktionen beinhaltet und die individuelle Höchstleistung fördert. Planmässiges Üben bedeutet die systematische Vorbereitung auf einen Wettkampf, ohne dabei dem Hund zu schaden.

Ein Trainingsplan beinhaltet die Trainingsreize die es zu setzen gilt und die so dosiert sind, dass sich die Einwirkung des Trainings im Trainingsergebnis und im Wettkampf zeigt.

Windhunde für den Rennsport zu trainieren bedeutet das individuelle Leistungsvermögen richtig einzuschätzen und im Training die Stärken und Schwächen des Hundes an- und abzugleichen. Und das ohne dem Hund zu schaden oder ihn zu überfordern.

Steigerung der Körperfunktionen

Skelett: Maximierung der Stärke und Festigkeit durch ein angepasstes Training, unter Berücksichtigung der Gesetzmässigkeiten des Bone-Modeling und Bone-Re-Modeling und der asymmetrischen Belastung auf der Rennbahn.

Herz- und Kreislauf: Kondition & Ausdauer zeigt sich durch eine stabile Herzfrequenz, weniger Laktat, schnelle Regeneration und erhöhtes Blutvolumen.

Muskulatur, Sehnen und Bänder: Stärken, festigen und bauen sich über Bewegungsreize mit ansteigender Belastung und durch eine kontinuierliche Leistungsanpassung im Training auf, ohne dass es dabei zu einer Überforderung des Hundes auf physischer und psychischer Ebene kommt.

Steigerung der Leistungsfähigkeit

Bedarfsgerechte Fütterung: Der Spiegel der Energieversorgung durch Ernährung ist das Aussehen und das Temperament.

Gesundheit: Nur ein gesunder Organismus ist in der Lage Leistung im Training und Wettkampf zu erbringen. Bereits kleine Störungen können zu Leistungsschwankungen führen.

Stressbewältigung: Stress ist die Ursache für einen gestörten Energiefluss der die Leistung beeinflusst. Stress kann durch Überforderung und durch Umwelteinflüsse entstehen. Im Training können durch neue oder veränderte Anforderungen die stressauslösenden Situationen verändert und mit angepassten Ruhe- und Entspannungsphasen gezielt zum Abbau der schädlichen Verhaltensangewohnheiten beitragen .

Steigerung der Trainingswirkung

Ruhe- und Regenerationsphasen: Ohne Anspannung keine Entspannung. Zu lange oder zu kurze Pausen beeinträchtigen die Effektivität eines Trainings.

Grundlagenkondition: Der Aufbau der Grundlagenkondition dauert am längsten, sie ist aber eine unverzichtbare Voraussetzung für jedes Training.

Grundlagentraining: Das Grundlagentraining beinhaltet Ausdauer-, Tempo-, Sprint- , Kurven- und das Startkastentraining. Es dient der Stressreduktion und dem Aufbau der Körpersubstanzen 1Muskulatur, Erhöhung des Blut- und Lungenvolumens, Festigung von Sehnen und Bändern durch gezielte Bewegungsreize.

Leistungstraining: Als Vorbereitung auf den Wettkampf durch dosierte, höhere Trainingsreize auf den Organismus zur Leistungsanpassung 2Zum Beispiel durch Sprint-Intervalltraining und/oder Langstrecken-Renntraining, ohne den Hund dabei zu überfordern.

Leistungssteigerung durch Management und Handling

Wissen: Jedes Wissen, dass Du Dir zum Rennsport, Training, der Gesundheit und Ernährung aneignest, wird sich in der Leistungsfähigkeit Deines Hundes wieder spiegeln.

Warm up: Beim Aufwärmen geht darum die Durchblutung und dadurch die Sauerstoffversorgung des Organismus und den Stoffwechsel anzuregen. Die Temperatur in den Muskelzellen steigt und bewirkt eine bessere Elastizität und Beweglichkeit, was die Anfälligkeit für Verletzungen verringert.

Cool Down: Das Ablaufen Deines Hundes nach der Belastung im Training oder dem Wettkampf bewirkt, dass der Organismus wieder zur Ruhe kommt und das Laktat abgebaut werden kann.

Trainingsbuch: Das Trainingsbuch beinhaltet alle Aufzeichnungen zu Training, Wettkämpfen, Fütterung, Gesundheit und beinhaltet natürlich auch den Trainingsplan. (Hint: Kapitel 12: Trainingsbuch & Trainingsplan)

Am Wettkampftag

Das Selbstverständliche ungewöhnlich gut machen, denn es sind die kleinen Dinge, die man richtig machen muss, damit sich das Große einfinden kann.

Die Gesundheit des Hundes sollte bei allem Ehrgeiz und Aufwand jederzeit in Deinem Fokus stehen. Beim kleinsten Verdacht oder einer Unsicherheit zur Fitness oder Leistungsfähigkeit Deines Hundes am Wettkampftag, frag nicht andere, sondern hört auf Dein Bauchgefühl.

Du kennst Deinen Hund am besten und hast ihn durch das Training begleitet und zwar mit allen Höhen und Tiefen, die damit verbunden waren. Und solltest Du plötzlich aus dem Nichts heraus bedenken haben, dass sich Dein Hund vielleicht verletzen könnte oder er aus Deiner Sicht am Wettkampftag zu gestresst ist, nicht Fit genug erscheint, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sich Dein Hund verletzten kann oder nicht die gewohnte Leidenschaft am Hasen zeigt. Hör auf Dein erstes Bauchgefühl und lass ihn nicht teilnehmen.

Am Wettkampftag solltest Du klar, ruhig und entspannt sein. Alles was Dich und/oder Deinen Hund an diesem Tag ablenken könnte, solltest Du vermeiden oder umgehen.

Durch die Anspannung vergeht die Zeit oftmals schneller als Du denkst. Solltest Du in die Situation kommen, dass Du etwas zu spät dran bist, kannst Du schnell sein, aber nicht hastig und hektisch werden, das überträgt sich auf Deinen Hund. Besinne Dich der Routinen und bleib dabei so ruhig wie möglich. Wenn Du von Anfang an gleich mehr Zeit einplanst, dann ist die Entspannung auf Eurer Seite. Der Timer des Smartphone leistet hier sehr gute Dienste.

Du hast viel Arbeit, Zeit, Aufwand und Herzblut in die Ausbildung und das Training von Deinem Hund gesteckt, Dich um sein Wohlergehen gekümmert, ihn richtig ernährt und bestens vorbereitet. Am Ende des Tages oder zum Abschluss des Wettkampfes, weißt Du, ob Du alles richtig gemacht hast und dass der Erfolg Deines Hundes vielleicht doch nicht nur allein vom Glück abhängig war, sondern Du einen guten Hund hast, den Du perfekt trainiert hast.

Wenn Du einen jungen Hund hast, dann muss er beim ersten Rennen nicht gleich auf dem Siegertreppchen stehen. Sei nicht enttäuscht, denn auch das merkt Dein Hund – er kann sich zwar nicht erklären warum, jedoch spürt er Deine Stimmung.

Analysiere die Läufe und pass das Training für Deinen Hund entsprechend an.

Gib ihm die Zeit die er für die Bewältigung der Aufgabe benötigt, je genauer Du erkennst, was ihm noch Probleme bereitet, desto besser kannst Du das Training anpassen.

Zuerst der Hund und dann der Mensch

Am Wettkampftag steht ausschließlich Dein Hund und sein Wohlergehen, seine Vorbereitung auf den Wettkampf und die anschließende Versorgung nach dem Wettkampf im Vordergrund. Er hat Deine volle Aufmerksamkeit und den Respekt verdient für die Leistung, die er am Wettkampftag erbracht hat.

Dein Hund ist am Wettkampftag Dein ganz besonderer Held.

Deine sozialen Bedürfnisse nach Interaktion und Kommunikation mit anderen Teilnehmern solltest Du am Wettkampftag oder an einem Testtrainings-Tag ganz hinten anstellen.

Erst wenn sich Dein Hund nach dem Rennen stabilisiert und vollständig regeneriert hat, versorgt ist und ausruhen darf, hast Du Zeit für Dich und den Austausch mit anderen Teilnehmern.

Und ganz bestimmt stehst Du mit Deinem Hund nicht neben der Rennstrecke, in der Kantine oder an der Bar und lässt ihn dem weiteren Wettkampfgeschehen zusehen.

Dass Du in angemessenen Abständen immer wieder nach Deinem Athleten schaust ist ja wohl selbstverständlich. Ich stelle mir dafür den Timer im Smartphone ein, zum Beispiel auf 20 Minuten und kann meinen Hund so einfach nicht vergessen, egal wie spannend die anderen Läufe oder das Gespräch gerade ist.

Bei warmen Wetter oder hoher Luftfeuchtigkeit: Darauf achten, dass der Hund vollständig abgekühlt und regeneriert ist, bevor man den Hund ins Auto setzt und nach Hause fährt. Dass Dein Auto am besten im Schatten geparkt ist, auch wenn darin kein Hund ist, müsste ich zwar nicht erwähnen, möchte ich aber.

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