Trainingserfolge messen
04/10/2019

Fit für Rennbahn & Coursing (7)

Last Updated on 05/04/2020 by Monika

Kapitel 07

Wie messe ich den Erfolg eines Trainings?

Trainingsreize

Ein einmaliges Training löst noch keine erkennbaren Anpassungen (Muskulatur, Herz-Kreislauf etc.) des Organismus aus. 

Zum Erreichen einer optimalen Anpassung ist es notwendig, mehrfach die Belastung zu wiederholen. Denn für eine stabile Anpassung muss der Organismus zunächst eine Reihe von Umstellungen in den einzelnen Funktionssystemen durchlaufen.

Trainingsreize, die über einen längeren Zeitraum gleich bleiben, können zur Stagnation der Leistung führen.

Um das zu verhindern, muss der Belastungsreiz regelmäßig geändert werden. Dazu können wird die Trainingsintensität, den Inhalt des Trainings oder die Trainingsmethode ändern. Aber auch Änderungen an der Pausengestaltung und der Bewegungsdynamik unterbrechen die Belastungsmonotonie und führen zu den gewünschten Anpassungen im Organismus.

Ergebnisorientierter Wettkampfsport stellt an die Hunde und an Euch einen hohen Anspruch. Und somit kommen auch viele Fragen auf: Wie schnell schlägt das Training an? Wie reagiert der Organismus des Hundes auf das Training? Kann ich den Hund übertrainieren? Wie erkenne ich eine Überforderung? usw. Ein hilfreiches Tool ist unter anderem der Trainingsplan, alle Einzelheiten dazu findest Du in Kapitel 12.

Die Trainingsprinzipien

Trainingswirksamer Reiz

Damit der Organismus sich anpassen kann muss der Belastungsreiz eine bestimmte Intensitätsschwelle überschreiten. Schwache Reize sind damit wirkungslos. D.h. wenn man den Organismus fordert und zwar dadurch, das man optimal dosierte und leicht über der Reizschwelle liegende Trainingseinheiten ansetzt, wird es zu einer gewünschten positiven physiologischen und anatomischen Veränderung kommen.

Alle zu starken Reize schädigen das System. 

Sicherung der Anpassung

Zum Erreichen einer optimalen Anpassung ist es notwendig, mehrfach die Belastung zu wiederholen. Der Energiestoffwechsel, das Herz-Kreislaufsystem, die Anpassung des Zentralnervensystem an andere Bewegungsmuster und Geschwindigkeiten und die Entwicklung der Muskulatur brauchen Zeit. Eine stabile Anpassung erreicht man in einer Zeitspanne von 4-6 Wochen.

Um den Organismus langfristig stabil zu halten, ist der mehrfache Durchlauf der Belastungsphasen notwendig.


Trainingswirksamer Zyklus

Dazu unterteilen wir das Trainingsjahr in verschiedene Trainingsphasen. Ausgehend von den jeweiligen Jahreshöhepunkten (Rennsaison) werden dann die verschiedenen 4-8 wöchigen Trainingsabschnitte mit den jeweiligen Trainingsinhalten und Trainingsschwerpunkten fixiert. 

Der Hund kann sich nicht ganzjährig im Hochleistungsbereich befinden.

Auch kann man den Hund im Herbst nicht schneller trainieren als im Frühjahr oder Sommer. Es ist zwischen Vorbereitungs-, Wettkampf- und Übergangsphasen zu unterschieden. Eine komplette Trainings- und Wettkampfperiode wird z.B. in folgende Abschnitte getrennt: 

  • Allgemeiner Aufbau und Vorbereitung
  • zielgerichtete Vorbereitung
  • Rennsaison – Wettkampfphase 1 – Übergangsphase
  • Rennsaison – Wettkampfphase 2
  • Regenerationsphase
  • Abtraining
  • Übergangsphase

Die Motivation und der Spaß am Training sollte vom Hund kommen. Das Ziel des Trainings muss daher sein, die Selbstmotivation des Hundes zu fördern und zu erhalten. Dies ist bei der Ausarbeitung und Durchführung von Trainingsplänen das oberste Gebot.

Betrachten wir die klassische, übliche Trainingsmethode im Windhund-Rennsport. Ab März öffnen die meisten Rennbahnen ihre Pforten und laden zum wöchentlichen Vereinstraining ein. Ab da werden viele Hunde Woche für Woche, d.h. permanent unter wettkampfähnlichen Bedingungen trainiert.

Für die Hunde ist das Stress. Der Hund unterscheidet nicht zwischen Training und Wettkampf – weder in seiner Leistung, noch kann er den Trubel differenzieren.

Einige Hunde verletzen sich leider noch bevor die Wettkampfsaison überhaupt angefangen hat, und kommen somit nicht in ihre physische und psychische Höchstform.

Die Vorteile einer variablen Trainingsgestaltung liegen auf der Hand:

  • Du lernst Deinen Hund besser kennen
  • Du kannst Deinen Hund besser fokussieren
  • Dein Hund kann sich besser auf seine Aufgabe konzentrieren
  • Die Gefahr, dass Dein Hund den Spaß und die Selbstmotivation verliert ist geringer
  • Dein Hund hört besser zu und ist dadurch besser trainierbar
  • Die Zeit der Läufigkeit mit Hoch und Tief kann individuell im Trainingsplan berücksichtigt werden
  • Abläufe werden zu Routinen
  • Freie Einteilung und Gestaltung des Trainings- und Wettkampfperioden
  • Geplanter und sinnvoller Einbau von Langstreckenläufen
  • Dein Hund wird nicht langsamer laufen, nur weil er anders trainiert ist
  • Dein Hund hat weniger Stress

Einziger Nachteil, die variable Trainingsgestaltung benötigt etwas mehr Zeitaufwand für das Training.

Der Feinschliff, d.h. das heranführen an die erwünschte Leistung kommt erst ganz am Ende der variablen Trainingsphase, nämlich zu Beginn oder kurz vor der Rennsaison- Wettkampfphase 1, bedeutet, kurz vor der Beanspruchung in einem Wettkampf.


Beispiel eines variablen Trainingsplans, mit aufeinanderfolgenden Wettkampfphasen.

MonateInhalte des
Trainings
Schwerpunkte im
Training
Trainings-
Programm
Dez/Jan
Woche
1-12
Allg. Aufbau oder
Erhaltung
Grundlagen-
ausdauer
Koordination
Fahrrad
Laufen
Wandern
Feb/März
Woche
13-20
Sprinttraining
Kurventraining
Steigerung:
Kondition
Schnellkraft
Ausdauer
Geschicklichkeit
Geschwindigkeit
Ausdauer
Regenerationszeit
optimieren
Sessions
intensives
Intervalltraining
Verkürzung der
Pausenzeiten
Bergauftraining
Fahrrad
Laufen
Wandern
April/Mai
Woche
21-28
Rennsaison +
Wettkampfphase
1
Geschicklichkeit
Geschwindigkeit
Ausdauer
Regenerationszeit
optimieren
Feinschliff
Sessions
intensives
Intervalltraining
Bergauftraining
Renn- + Coursing-
Training u. Wett-
kampf
bedingungen
Fahrrad
Laufen
Wandern
Training
anpassen
Juni/Juli
Woche
29-36
Rennsaison +
Wettkampfphase
2
Geschicklichkeit
Geschwindigkeit
Ausdauer
Sessions
intensives
Intervalltraining
Renn- + Coursing-
Wettkämpfe
Fahrrad
Laufen
Wandern
Training
anpassen
Aug/Sept
Woche
37-40
Regenerations-
phase
Sprint- und Kurven-
Training
Ausdauer
Sessions
Ausdauer
Intervalltraining
Fahrrad
Laufen
Wandern
Training
reduzieren
Okt/Nov
Woche
41-44
Abtraining
Übergangsphase
Aufbau und
Erhaltung
Grundlagen-
ausdauer
Sprint- und Kurven-
Training
Sessions
Ausdauer
Intervalltraining

Fahrrad
Laufen
Wandern

Jeder Hundehalter muss sich nach seinen Möglichkeiten und Zielen einen eigenen Trainingsplan für seinen Hund erstellen.

Einen Schema-F Trainingsplan gibt es leider nicht. Aber eine Anleitung in Kapitel 12, die Dir hilft, den für Deinen Hund passenden Trainingsplan zu erstellen.


Belastung und Erholung

Jeder Organismus benötigt nach einer Trainingsbelastung seine Zeit der Wiederherstellung, um eine neue Belastung unter günstigen Voraussetzungen durchführen zu können. Nur so können Belastungsspitzen erreicht werden. Dies fließt zum Beispiel in die Gestaltung der notwendigen Pausenlängen bei allen Formen des Intervalltrainings ein. Dazu gehört auch die Belastungsverteilung im Wochenverlauf oder die Planung von mehrtägigen, regenerativen Phasen, zum Beispiel kurz vor einem Rennen oder Coursing.

Die progressive Belastungssteigerung

Bleibt eine Trainingsbelastung über einen längeren Zeitraum gleich, so passt sich der Körper der Belastung an. Trainingsreize, die anfangs stark wirkten, werden nach längerer Zeit nicht mehr als starke Reize wahrgenommen und können zu unterschwelligen Reizen werden. Bedeutet, es findet keine weitere Leistungsverbesserung statt. Ein gleichbleibendes Training dient dann nur noch der weiteren Stabilisierung des Systems, das zu diesem Zweck weiter beibehalten werden kann.

Um effektiv zu trainieren, muss man nach einer gewissen Zeit die Belastung anpassen, die Belastung muss schrittweise (progressiv) erhöht werden.

Je nach Alter und Trainingsstand kann man die Trainingsintensität erhöhen, mehr Wiederholungen ausführen oder mit verschiedenen Distanzen trainieren. Da sich Muskeln, Sehnen und Bänder langsam der neuen Belastung anpassen, soll sich die Belastung auch nur in kleinen Schritten erhöhen.

Ein sprunghafter Belastungsanstieg wird erst bei einem hohen Trainingszustand notwendig, wenn die schrittweise Erhöhung nicht mehr wirkt. Voraussetzung ist allerdings eine gut entwickelte Leistungsfähigkeit, damit Verletzungen in der Muskulatur bzw. im Sehnen-Band-Apparat verhindern werden. (Hint: Kapitel 05)

Bei Junghunden ist eine sprunghafte Belastungssteigerung zu vermeiden.

Bei jungen Hunden oder nicht trainierten Hunden, empfehlen sich eher Änderungen durch die Erhöhung der Trainingshäufigkeit, Erhöhung des Trainingsumfangs, Erhöhung der Reizdichte durch Verkürzung der Pausen, höhere Wettkampfdichte und Variation der Übungen. 

Wichtig ist, dass stets nur einzelnen Komponenten variiert werden – damit die Übersichtlichkeit der Modifikationen gewahrt bleibt. Wenn man zu viel gleichzeitig macht kommt es oftmals dazu, dass die Hunde „sauer“ werden. 


Das Prinzip Der zunehmenden Spezialisierung

Die sportliche Leistung des Hundes wird von mehreren Einflussfaktoren bestimmt. Diese haben bei jedem Hund eine unterschiedliche Gewichtung. Daher sind z.B. die allgemeinen Trainingspläne nur Vorgaben und müssen zu individuellen Plänen ausgearbeitet werden.

Hierbei sind die folgenden Punkte zu berücksichtigen:

Konzentrationsfähigkeit, Motorik, Konstitutionstyp (Körperbau, Kraft / Lastverhältnis, Schnelligkeits- versus Ausdauertyp) Trainierbarkeit und geistig-seelische Eigenschaften (Temperament, Motivation, Stress). Hinzu kommt natürlich das Alter des Hundes.

Im Training berücksichtigen wir die Einflussfaktoren und arbeiten an der Spezialisierung des Hundes.

Wir stärken seine Schwächen und bauen die Stärken weiter aus.

Wenn man gut trainiert, wird man einen Unterschied in der Form des Körpers des Hundes sehen. Er wird fit aussehen und Dein Hund hat großen Spaß daran zu arbeiten. 

Ob das Training erfolgreich ist oder nicht kann man an den gelaufenen Zeiten erkennen, allerdings gibt dies allein noch keinen Aufschluss darüber, ob der Hund sich tatsächlich im Training verbessert hat.

Am Anfang ist es ausreichend, wenn Du die gelaufene Zeit Deines Hundes zur Orientierung und zur Verbesserung der Performance heranziehst. Zusätzlich sind natürlich auch weitere Informationen wichtig wie: auf welcher Bahn (Gras / Sand) er gelaufen ist und z.B., wie das Wetter an diesem Tag war, Bodenbeschaffenheit, Strecke etc. all das spielt eine Rolle. Siehe Trainingsprotokoll und Wettkampfprotokoll in Kapitel 12.

Entscheidet ist, dass wenn Dein Hund zwei Durchgänge läuft, er sich im zweiten Lauf in der Zeit verbessert, bedeutet, dass er schneller gelaufen ist.

Dies lässt dann direkte Rückschlüsse auf die Performance zu und natürlich auf die Regenerationsfähigkeit.

Läuft er später mit anderen Hunden, dann kannst Du natürlich die Zeiten direkt vergleichen. Die Performance Deines Hundes sollte aber erst im Sololauf stimmen, damit Du Dich beim Gruppenlauf auf die Dinge konzentrieren kannst, die eventuell zu einer Verschlechterung der Leistung geführt haben.

Wenn er mit anderen Hunden zusammen läuft, kann man die Zeiten der anderen Hunde mit der Zeit Deines Hund natürlich direkt vergleichen.

So lange er allein läuft, kannst Du seine Solo-Zeit mit den Zeiten der anderen Hunde vergleichen.

Die Beschaffenheit der Rennbahn oder des Coursing-Felds ist, sollte bei der Beurteilung des Trainingserfolges mit einfließen. Z.B. auf einem harten Boden laufen die Hunde schneller. Auf einer Grasbahn laufen die Hunde schneller als auf einer Sandbahn. Auf einer nassen Bahn laufen die Hunde teilweise schneller oder aber auch langsamer, je nach dem wie tief der Sand wird.

Aber woran kannst Du einen Trainingsfortschritt wirklich erkennen?

Der ausschlaggebende Faktor um einen Trainingsfortschritt zu erkennen, liegt in der Regenerationsfähigkeit und zwar nach „voller Leistung“. Dazu solltet Ihr den Ruhepuls Eures Hundes sehr gut kennen. (HINT: Kapitel 02 Gesundheit). 

Nach einem Trainingslauf egal wie lang die Strecke war, zuerst den Puls messen und danach beginnt die Erholungsphase für den Hund und zwar ausschließlich in Bewegung!

Ihr bewegt (gehen – laufen) den Hund so lange, bis der Ausgangswert also der Ruhepuls bei Ankunft auf dem Platz wieder erreicht ist, erst dann kommt der nächste Trainingslauf. Die Erholungsphase kann zwischen 2 und 30 Minuten dauern, je besser der Hund trainiert ist, desto kürzer die Erholungsphase, das spricht für ein effizientes Training. Die gelaufene Strecke, Alter, Rasse und Stresslevel sind bei der Länge der Erholungsphase zu berücksichtigen.

Aber nicht nur der Puls ist allein ausschlaggebend. Wenn Ihr mit offenen Augen trainiert und ein Trainingsbuch führt, dann könnt ihr fest stellen, dass die Werte abhängig von Tempo, Wetter und der Tagesform des Hundes schwanken können. Mit zunehmender Erfahrung könnt Ihr diese allgemeinen Werte für Euren Hund individualisieren.

Atmungskontrolle: hechelt der Hund oder atmet noch mit geöffnetem Maul, dann solltet Ihr den Hund auf jeden Fall weiter „ablaufen“, Puls und die Schleimhäute kontrollieren. Dem Hund Wasser anbieten und eventuell, je nach Witterung, die Beine kühlen.

Gewichtskontrolle: jeder Hund hat sein perfektes Gewicht für seine perfekte Leistung. Dies lässt sich am besten beobachten, wenn Du das Gewicht Deines Hundes bereits im Training kennst und analysierst.

Jede Gewichtsänderung beeinflusst die Leistung. Daher ist die Ernährung, die Futtermenge und Futterregelmässigkeit wichtig für Gesundheit und Leistung. Ein konstantes Gewicht verbunden mit guter Leistung ist immer ein gutes Zeichen für Dein gutes Handling und Management. Stress führt ebenfalls zu Gewichtsverlust. (Hint: Kapitel 6: positiver und negativer Stress und Kapitel 5: die physiologischen Auswirkungen von Stress)

Regenerationsverhalten

Heart Rate Recovery Index

Viel bedeutender als der Puls allein ist das Regenerationsverhalten, anhand dessen sich der Trainingszustand und in der Belastungszeit der Erschöpfungszustand des Hundes beurteilen lässt.

Bei einem gut trainierten Hund fällt der Puls innerhalb von 5 Minuten stark ab und sinkt zügig weiter, egal wie hoch der Ausgangswert nach der Belastung war.

Bei einem mittelmäßig trainierten Hund: bleibt ein hoher Puls und dieser fällt er nach 5 Minuten langsam ab und verweilt auf diesem Wert eine Weile, bevor er langsam weiter sinkt.

Bei einem nicht genügend trainierten Hund: der Puls fällt erst innerhalb von 15 Minuten ab oder der hohe Puls verweilt länger als 20 Minuten bei einem Wert von über 150 Schlägen/min. Hier bitte die Rasse und Größe Deines Hundes berücksichtigen sowie seinen individuellen Ruhepuls.

Das Regenerationsverhalten wird durch vielfältige Faktoren beeinflusst: Rasse, Charakter des Hundes, Trainings- und Wettkampfatmosphäre.

Rüden regen sich mehr auf als Hündinnen und kommen gelegentlich „schlechter runter“. Warmes und feuchtes Wetter belasten den Kreislauf und behindern die Wärmeregulation. Es kann zu Störungen bei der Futter- und Wasseraufnahme kommen.

Die richtige Mischung aus Ruhe und Bewegung, die abgestimmte Pflege bezüglich Kühlung oder wärmende Decke usw., all das beeinflusst und bestimmt das Regenerationsverhalten, zu dem Du mit einem guten Handling und Management natürlich entschieden beiträgst. 

Bei einem Wettkampf durfte ein Windhund einem Hund beim Rennen zuschauen, allerdings nicht selbst rennen. Der zuschauende Hund hatte einen höheren Puls als der Hund der gerannt ist, ebenso war die Regenerationzeit des zuschauenden Hundes wesentlich schlechter als die des rennenden Hundes. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Euren Hund nicht zuschauen lasst, weder vor noch nach seinem Einsatz. Damit setzt Ihr nicht nur klare Signale, sondern ermöglicht es Eurem Hund stressfrei zu regenerieren, bzw. sich vor „seinem“ Start nicht zu belasten.

Wie trainiert man am besten?

Wenn Euer Hund gar nicht trainiert ist, dann startet mit freien Sprints einfach rennen und spielen. Am Anfang höchstens 1 bis 5 Minuten, mit der Zeit dann auf bis zu 25-30 Minuten erhöhen. Das kann mit anderen Hunden sein, mit Euch oder wenn der Hund Spaß an Ball oder Frisbee hat. Unbedingt aktive Pausen einbauen, damit der Hund sich erholen kann und das Spiel nicht langweilig wird. Achtung: Sobald die anderen Hunde auch Windhunde sind, kann es zu einem Kräftemessen unter den Hunden kommen und das kann zu Verletzungen oder einer Greyhoundsperre führen.

Am besten „trainiert“ Ihr Euch auch gleich dabei im Handling und notiert Ruhepuls, Puls nach Belastung und Puls nach Regeneration. Hier solltet Ihr bereits von Woche zu Woche eine Veränderung bemerken. 

Zusätzlich geht Ihr natürlich spazieren und kombiniert nach und nach Spaziergang, (d.h. Strecke machen kombiniert) mit Rennspielen. Balance- und Geschicklichkeits-Training bietet sich auch an.

Mit zunehmender Fitness Eures Hundes könnt Ihr bereits daran denken, dass Euer Hund mit am Fahrrad läuft oder Euch zum Joggen begleitet. 

Die Begleitung am Fahrrad oder beim Joggen solltet Ihr auch langsam aufbauen, damit sich der Hund an die Belastung gewöhnt. (HINT: Kapitel 5: Training)

Während Ihr den Hund vorbereitend trainiert, könnt ihr bereits zur Rennbahn gehen und an Ruhe und Gelassenheit arbeiten, während die anderen Hunde trainieren oder ihre Test-Rennen laufen. Aber denkt bitte daran, dass Ihr Euren Hund nicht zu lange zu schauen lasst, schon gar nicht sollte er sich aufregen oder sich von anderen Hunden anstecken lassen.

Neben dem freien Training könnt Ihr bei euren Rennverein checken, ob es gesonderte Trainingseinheiten gibt, die zusätzlich zum wöchentlichen Training möglich sind und die Euch und Euren Hund entsprechend auf die Wettbewerbe vorbereiten. 

Wichtige Info für Ex-Racer und Coursing

Wenn Ihr einen Ex-Racer habt und ihm das Coursing näher bringen wollt, dann denkt bitte daran, dass diese Hunde darauf trainiert wurden, dass die „Beute“ auf der Rennbahn keine scharfen Wendungen macht und der Hund nie gelernt hat, rechtzeitig sein Tempo zu drosseln, bevor er in eine Drehung oder Wendung geht.

Hier kann es auf jeden Fall hilfreich sein, Euren Ex-Racer zusehen zu lassen, wenn andere Hunde coursen. Damit er lernt und erkennt, dass die „Beute“ sich anders verhält als die auf der Rennbahn. Dabei auf jeden Fall mit geschultem Blick auf die Erregung und den Stress, den es dem Hund bereitet, denn was wir nicht wollen ist ein Hund, der anfängt zu bellen und zu jaulen.

Wenn Ihr Euren Ex-Racer das erste Mal im Coursing laufen lassen wollt, dann sollte er allein laufen und die Beute weiter vor ihm gezogen werden, damit er die Richtungswechsel versteht und sein Tempo anpassen kann. Am besten besprecht Ihr das vor dem Start mit dem Rennleiter und dem Hasenzieher in Eurem Rennverein.

Es kann aber auch sein, dass Dein Greyhound bereits Erfahrung im Coursing hat, jedoch nicht auf den „falschen Hasen“ reagiert. Auch das ist durch Training korrigierbar.

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