Barosi-Welpe Charon Frajanka
05/10/2019

Fit für Rennbahn & Coursing (8)

Last Updated on 05/04/2020 by Monika

Kapitel 08

Alles nur eine Frage des Alters?

Aus dem, was wir bereits in den anderen Kapiteln gelernt und erfahren haben, lässt sich leicht ableiten, worauf es ankommt, wenn wir einen Windhund für die Rennbahn oder das Coursing begeistern und trainieren wollen.

Am Windhund-Rennsport verletzungsfrei und mit großem Spaß teilnehmen.

Damit der Spaß am Windhund-Rennsport auch bei höheren Anforderungen erhalten bleibt, ist es wichtig, dass aus Spaß kein Zwang wird, weder für Dich noch für Deinen Hund. Das Training sollte abwechslungsreich sein und nicht zu einer langweiligen Routine werden.

Ein nicht trainierter und unvorbereiteter Hund hat nichts auf der Rennbahn oder auf dem Coursing Feld verloren. Auch nicht nur mal so zum Spaß – für den Hund ist es „ernst“ und er wird alles geben und das weit über seine körperlichen Möglichkeiten (Fitness) hinaus.

Das Hetzen bringt er in seiner Genetik mit, aber ohne Vorbereitung und Training kann das fatale Folgen für den Hund haben. Kein Mensch käme auf die Idee ohne Training und unvorbereitet einen Wettkampf zu laufen, nur weil dazu am Wochenende gerade Zeit, Gelegenheit und eine passende Veranstaltung um die Ecke statt findet.

Eine gute Voraussetzung hat schon mal der Windhund, der täglich Bewegung bekommt. (Hint: Kapitel 4 Fitness einschätzen)

Wie weit Du mit seinem Windhund in ein Renntraining mit Sinn & Verstand einsteigen möchtest und kannst oder Du nur mit Deinem Hund am Trainingsangebot der Windhund-Rennvereine teilnimmst, das ist natürlich Dir überlassen und liegt in Deiner Verantwortung.

Ich kann nur Anregungen geben und Denkansätze liefern. Wenn Du Deinem Windhund, sei es zur regelmässigen sportlichen Beschäftigung oder mit Wettkampfambitionen, das Ausleben seiner Genetik ermöglichen willst, so geht das in beiden Fällen NICHT ohne entsprechende Vorbereitung.

Bevor man also an ein Training, Rennen oder gar einen Wettkampf denkt, solltest Du sicher stellen, dass Dein Hund entwurmt ist, ein grosses Blutbild gemacht ist, die Krallen gekürzt sind, die Zähne und das Zahnfleisch keine Störungen haben.

Sofern Unsicherheiten in Bezug auf den Bewegungsapparat oder das Herz-Kreislauf-System bestehen, sollte ein Check beim Tierarzt statt finden. Dein Tierarzt sollte natürlich wissen, dass Du mit Deinem Hund ein Renntraining mit / oder ohne Wettkampfambition planst und er kann dann den Gesundheitscheck darauf abstimmen. 

Denkt daran, dass es dem Hund egal ist, ob er im Wettkampf läuft oder es „nur“ ein Training unter Wettkampfbedingungen ist.

Die Vorbereitungen auf ein gesundes und aktives Leben, sei es mit oder ohne Windhund-Rennsport beginnen jedoch bereits im Welpenalter.


Altersvoraussetzungen für ein Renn- oder Coursingwettkampf

Whippets und Windspiele müssen mindestens 15 Monate alt sein. Alle anderen Rassen mindestens 18 Monate alt um an einem Wettkampf teilzunehmen. Für die Teilnahme an einem Wettkampf benötigen die Hunde neben dem vom Verband ausgestellten Hundepass auch eine Rennlizenz. Windspiele und Whippets benötigen zusätzlich eine Renngrößenmessung. Ein Training auf den Rennbahnen bei Deinem Rennverein ist ab einem Alter von 12 Monaten möglich.

Ich bin der Meinung, dass das Ausreifen und wachsen lassen des Körpers wichtiger sein muss, als ein zu früh begonnenes Training. Dies gilt besonders für die großen Rassen, deren Knochendichte in einigen Skelettbereichen noch nicht die notwendige Stabilität aufweist.

Ein Training auf der Rennbahn, d.h. ein Training unter Wettkampfbedingungen, ist mit dem erreichen der 12 Monate als Altersgrenze für einige Hunde viel zu früh. Den Hunden fehlt es an geistiger Reife und der notwendigen Stabilität dem mit dem Renngeschehen verbunden Stress gewachsen zu sein. Es schadet sicherlich nicht, hier noch weitere 2-3 Monate, wenn nicht noch länger zu warten. Wir haben keinen Druck und bewegen uns im Hobbybereich. Deshalb sollte die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Windhunde absolut an erster Stelle stehen. (Hint: Knochenbelastung beim Rennen, siehe Kapitel 10)

Gegen ein dosiertes, vorbereitendes Training ist natürlich nichts einzuwenden. Dies beinhaltet Bewegung, Freilauf und den langsamen Aufbau der Grundlagenausdauer sowie die mentale Konditionierung.

Ausstellung

Der DWZRV hat im Ausstellungswesen vor ein paar Jahren die Puppy-Class (4 – 6 Monate) eingeführt und dies wurde unter den Windhundhaltern viel diskutiert. Ziel soll sein, die Hunde spielerisch und mit Leichtigkeit an den Stress der Ausstellungen zu gewöhnen. Ich rate hier zur Vorsicht, denn zu viel kann den Hund im wahrsten Sinne des Wortes „sauer“ machen. Und auch Ausstellung bedeutet stress für die Hunde.

Hingehen, mitmachen und den Hund locker und mit Leichtigkeit an die Anforderungen heran führen und genau hinschauen, wie der Hund sich im Trubel verhält.

Müdigkeit ist ein Zeichen von Stress.

Wenig ist oft schon zu viel und einem einmal „sauer“ gewordenen Hund, dem wird man die Freude am Ausstellungsalltag nur schwer wieder schmackhaft machen können.

Ich bin grundsätzlich nicht dagegen, letztendlich liegt die Verantwortung was richtig oder falsch ist, was wenig oder zu viel ist, allein beim Halter. Wer genau hinschaut wird sicherlich alles richtig machen und seinen Hund nicht überfordern.

Mein Tipp, geht nicht alleine zur Ausstellung, sondern mit jemandem, der bereits routiniert ist, das gibt Euch Sicherheit und somit auch Eurem Hund.


Auf der Rennbahn

Spielerisches heranführen an die Rennbahn, einfach dabei sein und ab und an mal zuschauen was die großen Kollegen so machen. Aber auch hier einfach aufpassen, dass der kleine Hund nicht bereits in allzu großen „Jagdstress“ gerät. Auch hier gilt, weniger ist mehr. Abzuwarten bis das natürliche Verhalten „einsetzt“ und damit auch die notwenige mentale Reife, sorgt bei unseren Windhunden sicherlich für weniger Stress.

Ab einem Alter von 6-7 Monaten kann man mit der Reizangel oder dem Spielzeug an einer Hand-Leine spielen, dies sollte in der Interaktion mit dem Halter statt finden. Impulskontrolle steht hier im Vordergrund, natürlich ohne dem Hund das Spiel zu verleiden oder ihn zu frustrieren. Dabei kann man bereits Bedingungen aufstellen unter denen das Spiel statt findet.

Ab wann sich Euer Junghund für ein Training eignet, ist individuell zu beurteilen. Bei Whippet & Windspiel ist meine Empfehlung ab dem 12. Monat, bei den größeren Rassen nicht vor dem 18. Monat oder sogar noch später.


Welpe

Ich glaube, darüber sind wir uns alle einig, dass ein Welpe nicht in ein sportliches oder überhaupt in ein Training gehört. Wir reden hier vom Zeitraum zwischen Geburt und dem Alter von 20 Wochen. In dieser Zeit sollte der Fokus auf anderen Dingen liegen, jedoch auf keinen Fall sollte man an ein Training denken.

In dieser Zeit sind Ruheübungen und eine dem Alter angemessene Bewegung wichtig für die Entwicklung des Organismus. Der Körper ist damit beschäftigt zu wachsen und auf der mentalen Ebene wird die Welt erkundet. 

Die Muskulatur ist noch nicht ausgebildet und kommt mit dem Wachstum kaum nach, gerade jetzt ist es wichtig, den Welpen nicht durch körperliche Überanstrengung zu überlasten – auch wenn es die jungen, quirligen Dinger das manchmal anders sehen, so haben wir letztendlich die Verantwortung dafür, dass der Hund ohne Schäden davon zu tragen aufwachsen kann.

Weniger ist oftmals mehr. 

Aber auch nach der 20. Woche ist der kleine Organismus noch lange nicht fertig und auch mental gibt es andere Dinge, die als Junghund bis hin zum erwachsenen Hund weitaus wichtiger sind, als ein sportliches Training.

Ein sportliches Training oder auf den Sport vorbereitende Übungen hat nichts mit altersgerechter Bewegung zu tun. Natürlich soll sich der Welpe und Junghund täglich bewegen, und zwar angemessen und zielgerichtet entsprechend seiner körperlichen Entwicklung. Hierzu zählt die Förderung seiner intramuskulären Koordination entsprechend dem Alter und seiner Entwicklung.

Folgeschäden die aus frühzeitiger Überbelastung entstehen sind irreversibel.

Balance und Koordinationsübungen, Schulung des Raum-Lage-Gefühls und Wahrnehmung im 3D-Bereich ist Training, mit dem man bereits früh anfangen kann, ohne dass man den Organismus körperlich überfordert.

Denkt auch an den Wachstum der inneren Organe. Wenn der Hund wächst, seht ihr zum Beispiel, dass er mal zu lang, mal zu hoch, mal vorne tiefer oder hinten höher ist. Die Muskulatur muss sich anpassen an das sich stetig veränderte Skelett im Wachstum.

Was wir aber nicht augenscheinlich sehen sind die inneren Organe, zum Beispiel das Herz und die Lunge. Auch diese müssen wachsen. Bedeutet, dass das Herz den größer geworden Körper versorgen muss, dies kann es nur mit einer zum Organismus passenden Größe. Gleiches gilt natürlich auch für die Lunge und alle anderen Organe.

Die äussere körperliche Entwicklung schreitet oft schneller voran als die Ausbildung der Organe. So kann es völlig normal sein, dass ein sich im Wachstum befindender Windhund, hechelt und aus der Puste ist, ganz einfach aus dem Grund, weil z.B. das Herz und/oder die Lunge die Versorgung des größeren Körpers noch nicht schaffen, da sie noch nicht nachgewachsen sind.

Auch die Muskulatur muss wachsen, sich bilden und an manchen Tagen auch ein „schnell gewachsenes“ Skelett zusammen halten, stützen und bewegen.

Der Organismus des kleinen Hundes reift nach und nach und nicht an allen Stellen auf einmal.

Junghunde

Als Junghund bezeichnet man den Altersbereich zwischen 21 Wochen und 12 Monaten. Ab dem 12. Monat ist der Hund „erwachsen“ – zumindest auf dem Papier. 

Die körperliche und geistige Reife ist je nach Rasse, Geschlecht und individuellem Charakter sehr unterschiedlich. Ebenso ist das Skelett bis zum 12. Monat, bei großen Rassen noch später, noch nicht vollständig entwickelt und Ihr solltet die langfristige Gesundheit vor einen vermeintlich besseren und schnellen Trainingserfolg, durch ein zu frühes Antrainieren stellen. 

Bedeutend in diesem Junghund-Zeitraum ist eine an die körperliche und geistige Entwicklung angepasste Bewegung. Zum Beispiel Spaziergänge mit Ruhepausen.

Auf keinen Fall sollte der im Wachstum stehende Hund ans Fahrrad – und sei es auch nur „so“ kurz.

Wer seinen Hund an die Anwesenheit des Fahrrads gewöhnen möchte, der schiebt – damit kann man seinem Hund bereits beim Gehen alle notwendigen Regeln rund um das Fahrrad beibringen.

In der Pferdeausbildung gibt man den Pferden Zeit, erst dann wenn die körperliche Reife abgeschlossen ist, beginnt man mit dem vorbereitenden Training als Reitpferd. Dies schließt andere Trainingsschritte mit der sozialen Umwelt und eine Interaktion mit den verschiedenen Umweltreizen natürlich nicht aus. In Reiterkreisen weiß man, dass je mehr Zeit man sich mit der Ausbildung und der Reife des Pferdes lässt, desto besser wird das Pferd und umso länger ist es leistungsfähig.

Beachtet man die körperliche Entwicklung vom Welpen bis zum erwachsenen Tier, dann stellt man fest, dass sich der Hund immer wieder in unterschiedlichen körperlichen Entwicklungsphasen befindet.

Das körperliche System und das Verhalten muss sich immer wieder neu eingliedern und justieren, damit der Organismus als Ganzes in den jeweiligen Entwicklungsstufen funktionieren kann. 


Zeitplan vom Welpen zum Sporthund

Geburt bis 3. Monat – der Welpe wird geboren, ist gesund und verbringt die Zeit bis zur Abgabe bei seiner Mutter und den Geschwistern. Der Abgabezeitraum variiert je nach Züchter.

ab dem 3. Monat bis zum 15. Monat – der Fokus liegt auf der Alltags-Erziehung und dem Grundgehorsam. Leinenführigkeit, Impulskontrolle, Freilauf und die Umwelt kennen lernen. Auto fahren, Kaufhäuser, Stadt, alles entdecken und erkunden. Andere Hunde kennen lernen. Kooperation und Interaktion mit dem Menschen. Abwechslungsreiche Spaziergänge mit gesteigerter Belastung je älter Dein Hund wird. Reisen und neue Gerüche und Umgebungen entdecken. Ausstellungstraining und Vorstellung Deines Hundes in der Puppy-Class oder Jugendklasse. Je nach Windhund-Rasse, zum Beispiel italienisches Windspiel und Whippet kannst Du bereits mit der Grundlagenausdauer beginnen.

ab dem 15. Monat bis zum 22. Monat – je nach Rasse/Endgröße beginnt man mit den ersten Ausbildungsschritten. Basis-Kondition ca. 4 Wochen. Anschließend 4 Wochen Pause vom Trainingsprogramm. Basis-Renntraining: Startkastentraining, Hasenschärfe und die ersten kurzen Sprints für insgesamt 4 Wochen. Gefolgt von einer großen Pause von der Rennbahnluft von ca. 2-3 Monaten. Anschließend Auffrischung-Renntraining mit ersten Testläufen innerhalb von ca. 8 Wochen. In diesen 8 Wochen ist zum Beispiel auch Zeit für die Rennlizenz. Ausstellungen können natürlich besucht werden, müssen aber im Trainingsplan entsprechend berücksichtigt werden. Je größer Deine Windhund-Rasse ist, desto später solltest Du mit dem belastenden Training beginnen. (HINT: Siehe Trainingsplan Kapitel 12)

ab dem 22. Monat bis zum 6. Lebensjahr – Teilnahme an Rennen und Coursings, je nach dem woran Dein Hund und Du Spaß hat. Training und Pausen werden entsprechend von Dir geplant.

mit der Vollendung des 6. Lebensjahr läuft Dein Hund dann in der Seniorenklasse, bis er das 8. Lebensjahr vollendet hat. Danach darf er keine Wettkämpfe mehr bestreiten aber natürlich bei entsprechender Fitness noch am Training teilnehmen.

Der grösste Fehler ist, wenn junge Hunde das leisten sollen / müssen, was die anderen zu diesem Zeitpunkt schon können.

Gebt den Hunden mehr Zeit – zum Erwachsen werden, bei allen Themen der Ausbildung, im Training und im Sport!

Erwachsener Hund

Ist der Hund erwachsen und die körperliche Entwicklung ist vollständig abgeschlossen, kann man die täglichen Bewegungseinheiten durch ein gezieltes Training für Rennbahn und/oder Coursing ergänzen. Siehe Kapitel 05: Training & Übung.

Wobei die Notwendigkeit für eine Teilnahme an einem Wettkampf dabei nicht der wichtige Aspekt ist, sondern der gemeinsame Spaß am Rennsport, die Vorbereitung darauf und zwar zusammen, der Mensch mit seinem Hund.

Ein Trainer oder der lokale Windhund-Rennverein kann Dir erste Hilfestellungen geben.

Dem erwachsenen Hund, Gesundheit vorausgesetzt, stehen alle Möglichkeiten offen. Eventuell muss eine Umstellung der Ernährung auf die besonderen Bedürfnisse für den Rennsport erfolgen. Die Bereitschaft des Besitzers, das Talent seines Hundes zu fördern und zu formen, ist natürlich Voraussetzung.

Ich kann nur wiederholen, dass die Windhunde, je größer sie im Endmaß werden auch länger für ihre körperliche Entwicklung benötigen. Je später man beginnt, desto geringer die Chance, dass sich Schäden entwickeln. (Hint: Kapitel 10 Belastung von Sehen, Bändern und Knochen)

Rescue-Dogs / Ex-Racer: Greyhounds und andere Rassen

Sofern die Organisation nichts dagegen hat, kontaktiert man am besten den ehemaligen Besitzer, sofern dieser bekannt ist. Bei den Greyhounds, den sogenannten Ex-Racer’n, liegen dazu eher Informationen vor, als bei den Galgos. Sicherlich habt Ihr eine Menge Fragen an den ehemaligen Besitzer, wichtig und entscheidend sind die folgenden:

  • Wie hoch war das Renngewicht* des Greyhounds?

*Unter Renngewicht versteht man das Gewicht eines Hundes, und zwar ganz individuell, wann er seine beste gemessene Leistung (schnellste Zeit, die der Hund je gelaufen ist) erbracht hat. Also bitte nicht verwechseln mit Übergewicht.

  • Hat der Greyhound während seiner Karriere irgendwelche Verletzungen erlitten? Wenn ja, welche?
  • Traten bei ihm Stoffwechsel-Störungen, Krämpfe (Greyhoundsperre) etc. in der Vergangenheit auf?

Jede Verletzungsgeschichte, die Ihr über Euren Greyhound in Erfahrung bringen konntet, sollte Ihr dann natürlich mit Eurem Tierarzt besprechen. 

Auch wenn Ihr keine Informationen vom ehemaligen Besitzer bekommt, ist eine gründliche körperliche Untersuchung Eures Hundes durch einen Tierarzt wichtig.

Der Tierarzt sollte dann natürlich wissen, was Ihr vor habt, nämlich mit dem Hund für Rennbahn und / oder Coursing zu trainieren. Der Tierarzt sollte den Hund auf muskuloskelettale, kardinale oder pulmonale Probleme hin untersuchen, die das Laufen bei voller Geschwindigkeit nicht ratsam erscheinen lassen. 

Unabhängig von einem Training, sollte jeder seinen Rescue-Windhund, sei er nun Ex-Racer, Ex-Jäger oder Ex-Strassenhund seinem Tierarzt vorstellen und einen gründlichen Erstcheck durchführen lassen.

Einen umfangreichen Wissenschatz und Austausch rund um den Greyhound und andere Windhundrassen findet Ihr im „Forum für alle Greyhoundinteressierten“. Ein Artikel aus November 2019 informiert über die Methoden der Rückverfolgbarkeit und Registrierung von irischen Greyhounds.


Form und Funktion

Das Windhunde schneller laufen als andere Hunde hat mit der genetischen Eigenschaft der Rasse zu tun, die sich durch seine Form ergibt.

Die Form ist das Ergebnis des Genom aus dem die Erscheinungsform der Windhunde entsteht: Ein schlanker, hochbeiniger Hund mit tiefem Brustkorb, solider Knochenstruktur, kräftiger Muskulatur, einem Organsystem und einem Nervensystem, die schnelles Rennen ermöglicht.

Durch Training und Ernährung schaffen wir den kleinen Unterschied zwischen zwei Windhunden mit einer identischen Gensequenz (Zwillingen), der darüber entscheidet, wer als erster durch die Ziellinie läuft. Bedeutet, wenn die genetischen Anlagen nicht entsprechend trainiert werden, dann kann sich das Potential der Genetik nicht entwickeln. 

Falsches Management und Handling des talentierten Windhundes zeigt sich zuerst durch unregelmässige Leistung. Denn spätestens dann, wenn die „jugendliche Frische“ verflogen ist, kommt es darauf an, z.B. was man füttert, dazu füttert, was man dazu füttert, warum und wie viel und wie man den Hund im Training vorbereitet und pflegt.

Ein übergewichtiger Windhund hat die falsche Form und muss daher unbedingt abnehmen.

Die eigene Kontrolle und Objektivität in Bezug auf das Gewicht des Hundes ist ein absolutes Muss. Ein übergewichtiger Windhund belastet seinen ganzen Organismus, nicht nur Gelenke und Muskeln, und das natürlich auch wenn der Hund nicht auf die Rennbahn geht. Die Aufrechterhaltung des richtigen Lauf- bzw. Renngewichtes trägt dazu bei, dass der Hund gesünder ist und länger leben wird, unabhängig davon, ob man den Hund sportlich führt oder nicht.

Unsere Hunde sind von uns abhängig und können sich weder aussuchen, was wir ihnen in den Napf geben noch wie viel wir ihnen geben. Es gibt einige Windhunde, die im Selbstbedienungsprinzip fressen können, diese sind aber eher die Ausnahme und nicht die Regel.

Spätestens dann, wenn man seinen Hund bewusst bewegt oder trainiert, wird es wichtig zu wissen, was er frisst und wann er frisst.

Windhunde müssen „dünn“ sein, aber dabei bitte unbedingt muskulös, mit einer trockenen Muskulatur, bewegungsfreudig und leistungsbereit.


Die Sache mit der Größe und der Form

Show- und Rennlinie. Einfache Überbegriffe, die aber genauer betrachtet in die Ethologie eingreifen. Showhunde, die keine körperliche „Arbeit“ mehr verrichten werden immer größer und es zeigt sich, dass wenn alle Merkmale von zwei Hunden dieselben sind, dass die Richter doch sehr oft den größeren Hund auszeichnen oder den mit der ausgiebigen Haarpracht.

Jede Änderung der Größe bringt auch eine Veränderung der Gesamtform mit sich, dies hat unter anderem auch einen großen Einfluss auf die Wärmeregulation und natürlich auch maßgeblich auf die Funktion. Bei den Windhunden geht es um den Einsatz als Hetz-/Jagdhund, der auch körperlich dazu in der Lage sein sollte die Beute zur Strecke zubringen.

In der Genetik und der Auswertung von DNA hat sich in den letzten Jahren unheimlich viel getan. Labore verfeinern ihre Tests, Hundebesitzer von Rassehunden schicken Tupfer mit Speichelproben ihrer Hunde ein.

Aber selbst bei kleinen Abweichungen im Gebäude lohnt sich der genaue Blick, denn minimale Unterschiede in der Form haben auch ganz viel mit der Energiebilanz zu tun.

Gewicht, Körperform und Körpervolumen wirken sich auf die Wärmeentwicklung durch Bewegung, Verbrennung und die Wärmeabgabe an die Umwelt aus.

Einige weitere Indikatoren für Leistung sind Merkmale wie, die Elastizität der Haut, der aufgezogene Bauch, die Hinterhand, Brusttiefe, Schulterwinkel etc. 

Wer hier mehr einsteigen möchte, dem kann ich das Buch: „Ethologie der Hunde“ empfehlen.

Barbara Thiel und Barbara Keßler, beide Tierärztinnen, Windhundbesitzer und Züchter sind im Bereich der Genetik sehr gut aufgestellt und geben ihr Wissen und Expertise gerne an interessierte Windhundhalter und Züchter weiter – es tut sich also was in Sachen Informationen! Sie betreuen den Blog „The Greyhound Show“, dessen Kategorie „Gesundheit“ interessante Artikel zu bieten hat.


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