Ich schreibe diesen Artikel nicht, weil ich plötzlich Lust auf Chemie hatte.
Sondern weil Begriffe wie „PFC-frei“ inzwischen auch bei Windhundmänteln und -pullovern auftauchen –
gerne in Kombination mit dem Versprechen: „wasserabweisend“.
Frieren – wann ist es Zeit für Pullover/Mäntelchen
Klingt gut.
Klingt sicher.
Klingt nach: Kann man kaufen.
Und genau da lohnt es sich, kurz stehen zu bleiben.
Nicht misstrauisch.
Aber aufmerksam.
Einordnung aus meiner Arbeit:
Ich lese Studien gern – aber ich übersetze sie immer zurück in die Praxis. Auf dieser Seite verbinde ich beides: was untersucht wurde, und was sich im Alltag mit Windhunden tatsächlich zeigt.
Was ist PFC – und warum betrifft das Windhund-Bekleidung?
PFC ist die Kurzform für PFAS
(per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen).
Diese Stoffgruppe sorgt dafür, dass Materialien:
- Wasser abperlen lassen
- Schmutz keine Chance hat
- alles irgendwie „pflegeleicht“ wirkt
Technisch brillant.
Chemisch extrem stabil.
Ökologisch… nun ja.
PFAS bauen sich kaum ab, bleiben sehr lange in der Umwelt
und sind genau deshalb seit Jahren in der Kritik.
Wenn heute also „PFC-frei“ auf einem Etikett steht, heißt das:
Diese Stoffgruppe ist nicht enthalten.
Das ist gut.
Aber es ist kein Zauberspruch.
„PFC-frei“ – und was dann?
„PFC-frei“ sagt nur eines:
was nicht drin ist.
Es sagt nicht:
- womit ersetzt wurde
- wie langlebig diese Alternative ist
- oder wie sie sich langfristig verhält
Gerade bei Windhund-Bekleidung –
also Dingen, die nah am Körper getragen
und nicht nach zwei Spaziergängen entsorgt werden –
ist das keine akademische Spitzfindigkeit.
Sondern schlicht relevant.
Silikon – die häufigste Alternative
Sehr häufig kommen heute silikonbasierte Beschichtungen zum Einsatz.
Silikon ist:
- chemisch stabil
- wasserabweisend
- nicht hormonell wirksam
- nicht bioakkumulativ wie PFAS
Kurze Klarstellung, weil der Begriff gern wild herumgeworfen wird:
PFAS und Silikon sind keine Geschwister, nicht mal Cousins.
PFAS sind fluorierte Chemikalien mit bekannter Umweltproblematik.
Silikone gehören zu einer ganz anderen Stoffgruppe auf Siliziumbasis.
Ist Silikon abbaubar?
Kurzfassung: Nein.
Langfassung: Es verschwindet nicht einfach, aber es verwandelt sich.
Silikon wird nicht biologisch abgebaut.
Es zerfällt über sehr lange Zeiträume durch:
- UV-Strahlung
- mechanische Belastung
- Witterung
am Ende zu Siliziumdioxid – vereinfacht gesagt: Sand.
Jetzt die zwei wichtigen Punkte:
- Das passiert nicht schnell. Eher in Zeiträumen, die kein Kalender mag.
- Es entstehen dabei keine bekannten giftigen Zwischenprodukte.
Und nein:
Sand ist nicht gleich Sand.
Aber Siliziumdioxid ist ein natürlicher, sehr weit verbreiteter Stoff.
Heißt übersetzt:
kein Öko-Heiligenschein
aber auch kein Umwelt-Drama.
Warum „biologisch abbaubar“ kein Zeitwort ist
Viele Menschen verstehen unter „biologisch abbaubar“:
Es dauert halt länger – aber am Ende ist es weg.
Das ist falsch.
Biologisch abbaubar bedeutet nicht:
- langsam
- irgendwann
- über Jahrzehnte oder Jahrhunderte
Biologisch abbaubar heißt:
Ein Stoff kann durch Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Enzyme)
in überschaubarer Zeit
in natürliche, unproblematische Bestandteile zerlegt werden.
Ohne Spezialbedingungen.
Ohne UV-Gewalt.
Ohne mechanische Zerstörung.
Warum Silikon nicht biologisch abbaubar ist
Silikon ist chemisch extrem stabil.
Das ist ja genau der Grund, warum es so gern eingesetzt wird.
Aber:
- Mikroorganismen können Silikon nicht verstoffwechseln
- es gibt keinen biologischen Abbauprozess
- es wird nicht Teil natürlicher Kreisläufe
Was stattdessen passiert:
Silikon zerfällt physikalisch über sehr lange Zeiträume –
durch Sonne, Reibung, Witterung –
und endet irgendwann als Siliziumdioxid (mineralischer Reststoff).
Das ist kein biologischer Abbau,
sondern chemisch-physikalische Zersetzung.
Warum das trotzdem kein Drama ist –
aber auch kein Freispruch
Und jetzt kommt die Einordnung, die oft fehlt:
- Silikon ist nicht biologisch abbaubar
- aber es ist auch nicht bioakkumulativ
- nicht hormonell wirksam
- und bildet keine bekannten toxischen Abbauprodukte
Das unterscheidet es fundamental von PFAS.
Nicht abbaubar heißt hier: langlebig.
Nicht: giftig.
Und genau dieser Unterschied ist wichtig.
Einordnung statt Heilsversprechen
Silikon ist nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung
kein perfekter Stoff.
Aber sehr wahrscheinlich ein vertretbarer Kompromiss.
Und vor allem gilt:
Deutlich gesünder als PFAS.
Deshalb mein Appell – ganz ohne Alarmglocken:
- Frag nach
- lass Dir erklären, was „wasserabweisend“ konkret bedeutet
- und gib Dich nicht mit Schlagworten zufrieden
Nicht aus Misstrauen.
Sondern aus Neugier mit Rückgrat.
Fazit
„Unbedenklich“ ist kein ewiger Ritterschlag.
Es ist eine Momentaufnahme dessen, was wir heute wissen und messen können.
PFC-frei ist ein Schritt.
Silikon ist – nach heutigem Kenntnisstand –
kein Ideal, aber eine deutlich vernünftigere Wahl als PFAS.
Perfekt wird es dadurch nicht.
Aber bewusster.
Und manchmal ist genau das der Punkt:
Nicht alles muss glänzen.
Manches reicht, wenn es gedacht ist.
Was bedeutet „PFC-frei“ bei Windhund-Bekleidung wirklich?
„PFC-frei“ bedeutet, dass keine per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) eingesetzt wurden, die Materialien wasser-, fett- und schmutzabweisend machen. Der Begriff sagt jedoch nichts darüber aus, womit diese Stoffe ersetzt wurden oder wie sich die verwendeten Alternativen langfristig verhalten.
Ist Silikon eine sichere Alternative zu PFC/PFAS?
Nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung gilt Silikon im Vergleich zu PFAS als deutlich weniger problematisch. Es ist nicht hormonell wirksam und reichert sich nicht im Körper an. Biologisch abbaubar ist Silikon jedoch nicht, da Mikroorganismen es nicht abbauen können.
Was bedeutet „biologisch abbaubar“ – und warum ist das wichtig?
„Biologisch abbaubar“ ist kein Zeitversprechen, sondern ein Prozessbegriff. Er beschreibt Materialien, die durch Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze in überschaubarer Zeit in unproblematische Bestandteile zerlegt und in natürliche Kreisläufe eingebunden werden. Materialien, die lediglich durch Sonne, Reibung oder Witterung sehr langsam zerfallen, gelten nicht als biologisch abbaubar.
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