Angst, Furcht oder Unsicherheit?
Was Dein Windhund wirklich fühlt
– und warum das einen Unterschied macht.
Der Begriff „Angsthund“ fällt schnell. Und oft zu schnell.
Denn was auf uns wie „Angst“ wirkt, ist aus Sicht Deines Windhundes vielleicht etwas ganz anderes.
Windhunde – ob Whippet, Barsoi oder Podenco in all ihren Formen – nehmen die Welt auf ihre eigene Art wahr. Feinfühlig, schnell, oft mit einem halben Auge auf der Fluchtlinie. Und doch sind sie keine Angsthasen.
Nur weil sie reagieren – heißt das noch lange nicht, dass sie „ängstlich“ sind.
Lass uns also mal aufräumen mit den Begriffen.
Nicht wissenschaftlich. Sondern spürbar.
Furcht: Die kluge Reaktion auf das Jetzt.
Furcht ist ein Geschenk.
Sie schützt. Sie warnt. Und sie ist klar.
Ein plötzliches Geräusch. Eine bedrohliche Geste. Ein fremder Hund, der zu nah kommt.
Furcht bei Windhunden ist eine unmittelbare Reaktion auf etwas Konkretes.
Flucht, Erstarren, Knurren – alles natürliche, überlebenswichtige Antworten.
Dein Windhund sagt damit: „Ich will hier weg. Das fühlt sich nicht sicher an.“
Furcht ist kein Defekt. Sie ist ein Signal. Und sie verdient, dass Du hinschaust – nicht dass Du sie wegtrainierst.
Angst: Die Geschichte im Gepäck.
Angst ist leiser. Tiefsitzender.
Oft gelernt – durch schlechte Erfahrungen, Schmerz oder mangelnde Sozialisierung.
Ein Windhund, der Angst zeigt, spürt vielleicht schon beim bloßen Anblick Stress. Nicht, weil es gerade wehtut. Sondern weil sein Körper gelernt hat: „Damals war das gefährlich.“
Angst lebt nicht im Moment.
Sie ist Erinnerung, die den Körper lenkt. Und sie lässt sich nicht mit einem „Hab Dich nicht so“ vertreiben.
Unsicherheit: Wenn alles offen bleibt.
Nicht jede Reaktion ist Furcht. Nicht jede Zurückhaltung ist Angst.
Manchmal ist es einfach: Unsicherheit.
Ein Windhund, der zögert – der sucht Orientierung.
Er weiß nicht, was richtig ist. Noch nicht.
Und das ist okay.
Unsicherheit ist nicht schlimm.
Aber sie zeigt: „Ich brauche Dich jetzt. Nicht als Befehlshaber – sondern als klare, ruhige Präsenz.“
Und jetzt?
Wenn Du das nächste Mal sagst: „Mein Windhund hat Angst“, frag Dich:
– Reagiert er gerade auf etwas Konkretes (Furcht)?
– Oder bringt er eine Erfahrung mit (Angst)?
– Oder weiß er einfach noch nicht, was er tun soll (Unsicherheit)?
Dein Windhund braucht keine Diagnose.
Er braucht Deine Bereitschaft, ihn zu sehen. Nicht zu etikettieren.
Du darfst lernen, die Welt durch seine Augen zu sehen.
Nicht, um alles zu entschuldigen – sondern um besser zu verstehen.
Wenn dein Windhund Dir vertraut,
dann lösen sich Angst, Furcht oder Unsicherheit von alleine auf.
Dann lohnt sich ein Blick in den Club.
Ohne Druck. Mit Haltung.
Zum Sighthound-Club
Denn:
Windhunde verstehen heißt nicht: „alles im Griff haben“ –
es heißt: „fühlen, sehen und erkennen was gerade passiert“.
Und wenn Du magst – auch Deine Chance, Haltung zu zeigen. Und manchmal reicht genau das, um gemeinsam einen besseren Weg zu finden.