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Windhundpodcast Episode 01

Die Beziehung zwischen Mensch und Windhund

Der Windhundpodcast „Windhunde verstehen“ Episode 01

Wir wissen heute viel mehr über Hunde und ihre Entstehungsgeschichte wie jemals zuvor. Jedoch sollten wir abseits von Studien und der Forschung wieder beginnen, darauf zu achten, was uns Lebewesen durch ihr Verhalten mitteilen.

Der Hund ist im letzten Jahrhundert sehr dicht in die Nähe des Menschen gerückt. Nicht umsonst wird er als Familienmitglied bezeichnet, er genießt heute einen anderen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Unsere Windhunde sind unsere ständigen Begleiter geworden. Wenig beachtet wird dabei, warum und wofür Windhunde überhaupt gezüchtet wurden.

Der Windhund, ursprünglich als äußerst effektive Jagdwaffe für den Menschen der Prähistorie konzipiert, findet heute kaum noch Verwendung entsprechend seiner genetischen Veranlagung in unserer Welt. Der Mensch geht in den Supermarkt und benötigt dazu nicht mehr die Hilfe dieser äußerst effizienten Jäger. Der Windhund hat in der heutigen Zeit wenige bis gar keine Aufgaben mehr, die seine Genetik bedienen.

Die Komplexität und Feinfühligkeit, die für den Umgang mit unseren Windhunden notwendig ist, verflüchtigt sich hinter der Bequemlichkeit, die wir Menschen an diese Hunde stellen. Auch wenn sie als „zärtlich, sanftmütig, sensibel und so ruhig im Haus/Wohnung“ beschrieben werden, so findet die wahre Erfüllung Windhundes eben nicht zu Hause statt. Diese netten Begleiterscheinungen sollten nicht das entscheidende Argument für die Anschaffung eines Windhundes sein.

Der Windhund verkörpert Athletik und Freiheit, wenn man sie rennen sieht, man sieht die Freude förmlich in ihren Gesichtern. Allerdings sehe ich leider auch sehr viel Leid hinter ihren Augen. Windhunde gehen bedingungslos mit dem Menschen um, sie spiegeln unsere Körperspannung, Körpersprache und können selbst unsere Mimik so gut lesen, da sie selber untereinander so klar und fein kommunizieren. 

Die Stille und Feinheit in der Kommunikation ist mir im Laufe der Jahre, in denen ich mit Windhunden arbeite, besonders aufgefallen. Genau so reagieren sie auf unsere Stimmungen und vor allem Spannungen. Der Mensch, der offen für diese Feinheit ist, erfährt ein enormes Maß an Selbstreflexion und Potenzial zur Persönlichkeitsentwicklung.

Ein unausgeglichener, gestresster Mensch wirkt auf Windhunde erst mal unheimlich. Gerade aus diesem Grund solltest Du alle Sorgen, Ärger, Verdruss und Nöte im Umgang mit Deinem Windhund nicht mit im Gepäck haben, wenn Du z. B. „nur“ spazieren gehst oder Dich mit Deinem Hund beschäftigst.

Es gibt sicherlich viele persönliche Gründe dafür, warum ein Windhund Dein Leben bereichert oder bereichern soll. Sie sind ästhetisch, kräftig, anmutig … Windhunde faszinieren. Sie gehören zu den schnellsten Landsäugetieren auf der Erde. Doch sie sind die Beutegreifer unter den Jagdhunden. Diesem ausgeprägten Instinkt und der genetischen Veranlagung muss man als Halter täglich gerecht werden.

Auch wenn ihr Geruchssinn weit dem des Menschen überlegen ist, so verlassen sich Windhunde mehr auf ihr Gehör und ihre Augen. Die Platzierung der Augen und der lange schmale Kopf begünstigen ihre jagdlichen Fähigkeiten. Da sie seitlich am Kopf positioniert sind, kann der Windhund fast rundum blicken. Sie verlieren selbst bei hohen Geschwindigkeiten ihre Beute nicht aus dem Fokus und navigieren dabei noch problemlos durch das Gelände. 

Auch der Körper des Windhundes ist ganz auf Geschwindigkeit ausgerichtet. Die langen Beine, die Muskulatur machen den Großteil des Körpergewichtes aus. Der große Brustkorb beherbergt die Lunge und das große Herz und garantiert damit einen leistungsstarken Kreislauf. Das versetzt das gesamte Körpersystem in die Lage, physisch und psychisch den Stress zu bewältigen, den eine Hetzjagd mit sich bringt, d.h. all diese Merkmale machen es möglich, Hetzjäger zu sein und sind die Grundlage, ihre Aufgabe zu bewältigen.

Der Windhund lässt sich aufgrund seiner sozialen und neugierigen Natur auf den Menschen ein, jedoch folgt der Windhund noch lange nicht jedem Menschen. Der Halter muss sich Respekt und Vertrauen des Windhundes erst erarbeiten.

Doch Windhund ist nicht gleich Windhund. Der Charakter eines Windhundes bildet sich aus der Genetik und des Lernens. Dazu wurden die Windhunde entsprechend ihrer unterschiedlichen Anforderungen an den Zweck selektiert und gezüchtet. Diese feinen Unterschiede in den angeborenen Eigenschaften der einzelnen Rassen gilt es bei der Auswahl der Windhundrasse, die zu Deinem Leben passen soll, zu berücksichtigen. Sicherlich gibt es innerhalb der einzelnen Rassen auch individuelle Unterschiede, was Temperament und Führigkeit betrifft. Alle vereint allerdings ihre mehr oder weniger ausgeprägte Hetzleidenschaft.

Wächst der Windhund in einer reizarmen Umgebung auf, kann sich sein Gehirn nicht ausreichend entwickeln. Diese reizarm aufgewachsenen Windhunde findest Du häufig unter den Tierschutz-Windhunden oder bei Züchtern, die wenig Wert darauf legen, dass ein junger Windhund außerhalb seiner genetischen Veranlagung weitere wichtige Umwelterfahrungen macht. Er bleibt reduziert auf seine genetische Veranlagung.

Gerade die ersten 2 Jahre sind besonders wichtig, damit sich das Gehirn richtig entwickeln kann und die genetische Veranlagung durch Lernen verändert und dadurch kontrollierbar wird.





Mehr zu meinem Windhundpodcast und die Themenvorschau findest Du hier.

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Posted: 19/08/2022

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